Küchenausstattung Bestandsobjekt: So planen Sie Ihre neue Küche im Altbau oder Bestandsgebäude richtig
Die Küchenausstattung im Bestandsobjekt bezeichnet die Planung und den Einbau einer neuen Einbauküche in einem bereits bestehenden Gebäude – also in einer Altbauwohnung, einem Reihenhaus, einem sanierten Mehrfamilienhaus oder einem umgenutzten Gewerbeobjekt. Anders als beim Neubau sind die Räume nicht auf Küchenmöbel hin optimiert worden: Wände stehen selten im rechten Winkel, Anschlüsse liegen an fixen Positionen, und der vorhandene Grundriss setzt der Planung klare Grenzen. Wer diese Besonderheiten nicht kennt, riskiert teure Nacharbeiten, Lieferverzögerungen und am Ende eine Küche, die technisch oder ästhetisch nicht das hält, was sie versprochen hat.
In unserer täglichen Beratung bei Lieblingsküchen in Rostock und Schwerin erleben wir regelmäßig, dass Kunden den Unterschied zwischen einer Neubau- und einer Bestandsplanung zunächst unterschätzen. Das ist verständlich – denn auf den ersten Blick sieht eine Küche wie eine Küche aus. Doch hinter der schönen Frontfassade verbirgt sich ein komplexes Zusammenspiel aus Maßen, Anschlüssen, Traglasten und Handwerkskoordination, das im Bestandsbau besondere Sorgfalt erfordert. Dieser Artikel gibt Ihnen das Wissen, das Sie brauchen, um Ihre Küchenplanung im Bestandsobjekt sicher, kostenbewusst und mit dem bestmöglichen Ergebnis anzugehen.
Was macht die Küchenausstattung im Bestandsobjekt besonders?
Bestandsgebäude sind gewachsene Strukturen. Wände wurden verändert, Leitungen verlegt, Bodenbeläge mehrfach erneuert. Diese Geschichte des Gebäudes ist gleichzeitig der Ausgangspunkt jeder Küchenplanung – und sie macht jeden Bestandsfall einzigartig. Standardlösungen aus dem Möbelhaus greifen hier oft zu kurz, weil sie auf Normmaße ausgerichtet sind, die im Bestand selten anzutreffen sind.
Typische Besonderheiten im Bestandsobjekt sind unregelmäßige Raummaße durch nachträgliche Wand- oder Deckenverkleidungen, Schrägen durch Dachausbauten, Fensterbänke auf ungewöhnlicher Höhe sowie Elektroinstallationen, die für moderne Einbaugeräte nicht ausreichend dimensioniert sind. Hinzu kommt, dass viele Bestandsgebäude aus einer Zeit stammen, in der offene Küchenkonzepte unüblich waren – der Küchenraum ist oft kleiner, als es heutige Nutzungsgewohnheiten erfordern.
Gleichzeitig bieten Bestandsobjekte echte Chancen: charaktervolle Räume mit Altbaudecken, breiten Fensterlaibungen oder massiven Steinwänden, die einer neuen Küche ein unverwechselbares Ambiente geben, das kein Neubau so einfach replizieren kann. Unsere Planungsphilosophie bei Lieblingsküchen lautet deshalb: Wir planen mit dem Raum – nicht gegen ihn.
Aufmaß im Bestandsobjekt: Warum Zentimeter entscheiden
Die Grundlage jeder erfolgreichen Küchenausstattung im Bestandsobjekt ist eine präzise Raumvermessung. Wir sprechen hier nicht vom schnellen Überflugmessen mit dem Zollstock, sondern von einer systematischen Dokumentation aller raumrelevanten Maße – inklusive Höhentoleranz, Diagonalmessung und Prüfung auf Rechtwinkligkeit.
Zu einem vollständigen Aufmaß gehören neben Länge, Breite und Höhe des Raumes auch die genaue Position und Breite jeder Tür und jedes Fensters, die Lage aller Steckdosen und Anschlüsse (Wasser, Abwasser, Gas, Abluft), die Deckenhöhe an verschiedenen Punkten des Raumes sowie mögliche Abweichungen im Bodenbelag. In unserer Beratungspraxis haben wir schon Höhenunterschiede von über drei Zentimetern auf einer Strecke von drei Metern gemessen – ein Wert, der bei der Planung der Sockelhöhe und der Ausgleichsleisten entscheidend ist.
Ein häufig übersehenes Detail ist der Türanschlag: Öffnet die Tür in den Küchenraum hinein, muss die Frontfläche der Hochschränke entsprechend eingeplant werden, damit die Tür nicht gegen Schubladenauszüge oder Gerätetüren stößt. Wer erst nach der Lieferung der Küche merkt, dass die Spülmaschinentür und die Raumtür kollidieren, hat ein teures Problem. Exaktes Aufmaß verhindert genau das.
Welche Maße sind beim Aufmaß für die Küchenausstattung im Bestandsobjekt besonders wichtig?
Besonders kritisch sind die lichte Raumhöhe (beeinflusst die Hochschrankhöhe und eventuelle Blenden), die Achsmaße von Fenstern und Türen sowie der Abstand zwischen Fensterbank-Unterkante und Fußboden. Letzterer bestimmt, ob eine Arbeitsplatte unter dem Fenster platzsparend verlaufen kann oder ob ein Fensterbankanschluss eingeplant werden muss. Auch die Stärke bestehender Wandverkleidungen oder Putzschichten beeinflusst die tatsächlich verfügbare Einbautiefe.
Was passiert, wenn das Aufmaß Fehler enthält?
Fehler im Aufmaß führen im schlimmsten Fall dazu, dass angelieferte Küchenmöbel nicht passen, nachbestellt oder kostenpflichtig angepasst werden müssen. Solche Verzögerungen können mehrere Wochen betragen und sind besonders ärgerlich, wenn bereits der alte Küchenrückbau erfolgt ist. Wir nehmen das Aufmaß deshalb grundsätzlich selbst vor – und dokumentieren es lückenlos in unserer Planungssoftware.
Elektrische und haustechnische Anforderungen bei der Küchenausstattung im Bestandsobjekt
Moderne Einbauküchen sind elektrotechnisch anspruchsvoller als viele Kunden erwarten. Ein Induktionskochfeld mit vier Zonen und einem Leistungsbedarf von bis zu 7,4 kW, ein Backofen mit Dampffunktion, ein Einbaukühlschrank mit Gefrierbereich, ein Geschirrspüler und eine Dunstabzugshaube mit Motoreinheit – all das will korrekt abgesichert und auf ausreichend dimensionierte Leitungsquerschnitte verteilt werden.
In Bestandsobjekten, insbesondere in Gebäuden, die vor 1980 errichtet wurden, sind die vorhandenen Elektroinstallationen häufig nicht für diese Anforderungen ausgelegt. Alte Aluminium-Leitungen, fehlende Schutzleiter oder zu gering dimensionierte Sicherungskreise müssen vor der Küchenmontage durch einen zugelassenen Elektriker erneuert werden. Wir weisen unsere Kunden in der Planungsphase systematisch auf diese Punkte hin, damit die Elektroarbeiten rechtzeitig beauftragt werden.
Beim Wasseranschluss ist die Position des bestehenden Wasseranschlusses entscheidend für die Platzierung von Spüle und Geschirrspüler. Eine Versetzung des Wasseranschlusses um mehr als 50 cm ist technisch möglich, aber mit zusätzlichen Kosten und Koordinationsaufwand verbunden. Bei der Abluftführung einer Dunstabzugshaube prüfen wir, ob ein vorhandener Abluftschacht genutzt werden kann oder ob eine Umluftlösung mit Aktivkohlefilter die bessere Alternative darstellt – mehr dazu finden Sie in unserem Beitrag über die Abluft-Dunstabzugshaube.
Grundriss und Raumkonzept: Küchenlösungen für jede Bestandssituation
Die Küchenform ist im Bestandsobjekt oft durch den Grundriss vorgegeben – und das ist auch gut so. Denn ein gut durchdachtes Konzept, das die vorhandene Raumstruktur respektiert und intelligent nutzt, erzeugt am Ende eine Küche, die sich natürlich anfühlt und effizient zu nutzen ist.
Wir unterscheiden in unserer Beratung vier grundlegende Küchenformen, die für Bestandsobjekte besonders relevant sind:
- Einzeilige Küche: Ideal für schmale Räume wie Galley-Küchen in Altbauwohnungen oder als Küchenzeile in offenen Wohn-Koch-Bereichen. Alle Arbeitsbereiche sind auf einer Wand angeordnet.
- L-Küche: Nutzt zwei angrenzende Wände und bietet eine natürliche Trennung zwischen Koch- und Vorbereitungsbereich. Gut geeignet für quadratische oder leicht rechteckige Räume.
- U-Küche: Maximiert den Stauraum auf drei Wandseiten und funktioniert besonders gut in separaten Küchenräumen mit ausreichender Bewegungsfläche (mindestens 120 cm freie Gehzone zwischen den Fronten).
- Küche mit Insel oder Halbinsel: Ermöglicht offene Konzepte und ist in Bestandsobjekten realisierbar, wenn der Raum groß genug ist und Strom- und ggf. Wasseranschlüsse in den Boden verlegt werden können.
Bei offenen Grundrissen, bei denen Wände zwischen Küche und Wohnbereich entfernt werden sollen, ist vorab zu prüfen, ob es sich um tragende Wände handelt. Dies erfordert einen Statiker und ist in Mietobjekten häufig nicht genehmigungsfähig. In Eigentumswohnungen und Einfamilienhäusern ist es hingegen eine der wirkungsvollsten Maßnahmen, um aus einer kleinen Bestandsküche einen großzügigen Koch-Wohnbereich zu schaffen.
Wie viel Bewegungsfläche muss bei der Küchenplanung im Bestandsobjekt eingeplant werden?
Die Mindestgehzone zwischen zwei gegenüberstehenden Küchenfronten beträgt 90 cm – komfortabel und funktional wird es ab 120 cm. Bei Insellösungen empfehlen wir mindestens 100 cm auf allen Seiten der Insel. Im Bestandsobjekt ist es sinnvoll, diese Maße bereits in der frühen Planungsphase mit Klebeband auf dem Boden zu simulieren, um ein echtes Gefühl für die Proportionen zu bekommen.
Stauraum und Ausstattungsplanung: Das Beste aus dem Bestand herausholen
Einer der häufigsten Irrtümer, den wir in unserer Beratung erleben: „Es wird schon genug Stauraum geben.“ Gerade im Bestandsobjekt, wo die Grundfläche vorgegeben ist, ist die kluge Stauraumentwicklung das entscheidende Planungswerkzeug. Jeder Zentimeter kann genutzt werden – wenn man es richtig plant.
Hochschränke bis unter die Decke mit innenliegenden Auszügen, Eckschränke mit drehbaren Karussell-Einlagen oder Pull-out-Systemen, Apothekerschränke für Gewürze und Kochutensilien, Schubladenschränke mit mehrstufiger Auszugsorganisation – all das sind Lösungen, die wir individuell auf die vorhandene Raumgröße und die Bedürfnisse unserer Kunden abstimmen. Mehr zu den Möglichkeiten des Apothekerschranks finden Sie in unserem speziellen Beitrag.
Besonders im Bestandsobjekt lohnt es sich, Nischen und Ecken konsequent zu nutzen: Eine Wandnische kann zur offenen Gewürzküche werden, ein Übergang in den Flur kann als kompakter Hauswirtschaftsbereich eingeplant werden. Bei Lieblingsküchen planen wir übrigens nicht nur Küchen, sondern auch Bäder, Wohnbereiche und Hauswirtschaftsräume – sodass das Gesamtkonzept Ihres Zuhauses stimmig ist.
- Hochschränke bis zur Decke planen (statt Freiraum oben)
- Eckbereich aktiv nutzen (Karussell, Pull-out, Le-Mans-System)
- Schubladenschränke statt Unterschränke mit Türen bevorzugen
- Wandnischen für offene Regale oder Einbaunischen einplanen
- Haushaltsgeräte integrieren statt auf der Arbeitsfläche abstellen
- Sockelschubladen für Backbleche und Pfannen nutzen
- Apothekerschrank für schmale Wandbereiche einplanen
- Hauswirtschaftsraum oder Abstellbereich in die Küchenplanung einbeziehen
Arbeitsplatten, Fronten und Materialien für Bestandsobjekte in 2026
Bei der Materialwahl für die Küchenausstattung im Bestandsobjekt spielen zwei Faktoren eine besondere Rolle: die Langlebigkeit der Materialien und ihre Eignung für die spezifische Raumsituation. Im Bestand sind Feuchtigkeitsprobleme häufiger, Temperaturschwankungen stärker und die mechanische Belastung der Küche oft intensiver als in einem frisch bezogenen Neubau.
Für die Arbeitsplatte empfehlen wir im Jahr 2026 besonders Keramikplatten und Feinsteinzeug-Oberflächen in 12 mm Stärke, die kratzfest, hitzefest und leicht zu reinigen sind. Materialien wie gesintertes Gestein oder kompaktes Schichtstoffmaterial bieten eine fugenlose Optik, die hygienisch und langlebig ist. Naturstein wie Granit oder Marmor ist im Bestand wegen seiner Gewichtseigenschaften sorgfältig hinsichtlich der Unterbaukonstruktion zu prüfen – besonders bei älteren Gebäuden mit schwächeren Decken.
Bei den Frontmaterialien sind mattlackierte Holzwerkstoffe, Echtholzfurniere und grifflose Fronten mit Push-to-open-Mechanismus in Bestandsobjekten besonders beliebt, weil sie den charaktervollen Altbauraum elegant ergänzen, ohne ihn zu überlagern. Küchentrends 2026 zeigen eine klare Bewegung hin zu Naturmaterialien, Erdtönen und kontrastierenden Oberflächen – eine Entwicklung, die sich im Bestandsobjekt besonders gut umsetzen lässt.
Vergleich: Küchenausstattung Bestandsobjekt vs. Neubau
| Kriterium | Bestandsobjekt | Neubau |
|---|---|---|
| Planungsfreiheit | Eingeschränkt durch Raumstruktur und Anschlüsse | Hoch – Anschlüsse können frei positioniert werden |
| Aufmaß-Komplexität | Hoch – unebene Wände, nicht rechtwinklige Räume | Gering – standardisierte Maße und Rohbaumaße |
| Elektrik-Anforderungen | Häufig Sanierungsbedarf vor Kücheneinbau | Bereits nach aktuellen Normen installiert |
| Handwerker-Koordination | Aufwendig – Rückbau, Sanierung, Einbau | Einfacher – direkter Einbau im Rohbau |
| Atmosphäre & Charakter | Einzigartig – Altbaucharme als Gestaltungselement | Neutral – Charakter muss erst aufgebaut werden |
| Zeitplanung | Mehr Puffer einplanen (2–4 Wochen extra) | Besser planbar durch Baufortschritt |
| Maßgefertigte Küche notwendig? | Fast immer – Standardmaße passen selten exakt | Teilweise – aber auch hier ist Individualplanung besser |
Der Lieblingsküchen-Planungsprozess für die Küchenausstattung im Bestandsobjekt
Wir bei Lieblingsküchen haben unseren Beratungs- und Planungsprozess in neun klar definierten Schritten strukturiert – von der ersten Bedarfsermittlung bis zur finalen Abnahme. Dieser Prozess ist bei Bestandsobjekten besonders wertvoll, weil er sicherstellt, dass keine wichtigen Punkte übersehen werden und alle Beteiligten immer auf demselben Stand sind.
- Bedarfsermittlung: Was kochen Sie? Wie viele Personen nutzen die Küche? Welche Geräte sind Ihnen wichtig? Was hat Sie an Ihrer bisherigen Küche gestört?
- Inspiration: Gemeinsames Entwickeln von Stimmungsbildern, Materialwünschen und Farbkonzepten – abgestimmt auf den Bestandsraum.
- Beratungsvorbereitung: Aufmaß vor Ort, Prüfung der technischen Gegebenheiten, Dokumentation aller relevanten Raumparameter.
- Planung im Studio: 3D-Küchenplanung mit vollständiger Visualisierung – so sehen Sie Ihre neue Küche im Bestandsraum, bevor auch nur ein Schrank geliefert wird.
- Angebotsprüfung: Transparente Aufschlüsselung aller Positionen – keine versteckten Kosten, keine Überraschungen nach Vertragsabschluss. Lesen Sie dazu auch unseren Artikel über die 3 teuren Fehler beim Küchenkauf.
- Vertragsabschluss: Klare Vereinbarungen zu Lieferzeit, Montagetermin und Zahlungsmodalitäten.
- Montagevorbereitung: Koordination der Vorgewerke (Elektriker, Sanitär, Fliesenleger), Information über notwendige Rückbaumaßnahmen.
- Montage: Durchführung durch unsere eigenen, fest angestellten Montageteams – keine Subunternehmer, volle Verantwortung aus einer Hand.
- Abnahme: Gemeinsame Prüfung aller Funktionen, Übergabe der Garantiedokumente und Einweisung in die Pflege der Materialien.
Küchenausstattung im Bestandsobjekt: Geräteauswahl und Integration
Die Auswahl der Einbaugeräte für ein Bestandsobjekt folgt anderen Prioritäten als im Neubau. Im Vordergrund stehen Energieeffizienz, Geräuschklasse und die technische Kompatibilität mit den vorhandenen Anschlüssen. Ein Induktionskochfeld beispielsweise benötigt einen eigenen 32-Ampere-Sicherungskreis – in Altbauten ist dieser häufig nicht vorhanden und muss nachgerüstet werden.
Besonders in Bestandsgebäuden mit eingeschränkter Deckenhöhe oder begrenzter Wandstärke sind die Einbautiefen der Geräte zu prüfen. Standard-Einbaukühlschränke haben eine Einbautiefe von 55 cm – bei einer Gesamtschranktiefe von 60 cm ergibt sich eine Frontüberstand von 5 cm, der für Griffleisten und Türgriffe genutzt werden kann. Bei vollintegrierten Geräten mit Möbelfront ist dieser Wert anders zu kalkulieren.
Wir empfehlen bei der Geräteausstattung im Bestandsobjekt grundsätzlich, auf Geräte mit langen Garantielaufzeiten zu setzen. Bei Lieblingsküchen bieten wir auf alle über uns gelieferten Einbaugeräte 5 Jahre Gerätegarantie – das gibt unseren Kunden Planungssicherheit über den reinen Kauf hinaus. Bei der Wahl zwischen Abluft- und Umluftsystem für die Dunstabzugshaube lohnt sich ein Blick in unsere ausführlichen Artikel über die Abzugshaube Umluft und den Aktivkohlefilter für Dunstabzugshauben.
Welche Einbaugeräte sind im Bestandsobjekt besonders empfehlenswert?
Im Bestandsobjekt bewähren sich besonders schmal bauende Geräte, die viel Funktion auf wenig Raum bieten: Kombi-Dampfgarer als Ersatz für mehrere Einzelgeräte, Einbaukühlschränke mit Gefrierfach statt separater Gefriergeräte sowie induktive Kochfelder mit integrierter Dunstabzugshaube (sogenannte Downdraft-Systeme), die keinen Wandschacht benötigen und damit ideal für Bestandsobjekte ohne passenden Abluftkanal sind.
Kann ich meinen vorhandenen amerikanischen Kühlschrank in eine neue Bestandsküche integrieren?
Amerikanische Kühlschränke sind freistehende Geräte mit oft 70–90 cm Breite, die in die Küchenplanung einbezogen werden können, wenn der Raum es erlaubt. Sie müssen in die Gesamtplanung aufgenommen werden, da sie andere Maße als Einbaukühlschränke haben. Alternativ bieten Einbaukühlschränke im amerikanischen Stil – also mit Side-by-Side-Optik und Kühl-Gefrier-Kombination – eine elegantere Integration. Mehr Informationen dazu finden Sie in unserem Beitrag über den amerikanischen Kühlschrank.
Mietobjekt vs. Eigentumsobjekt: Was bei der Küchenausstattung im Bestandsobjekt rechtlich gilt
Die rechtliche Ausgangssituation hat bei der Küchenausstattung im Bestandsobjekt direkten Einfluss auf die Planungsfreiheit. Im Mietobjekt sind bauliche Veränderungen, die in die Substanz eingreifen – also das Entfernen von Wandfliesen, das Verlegen neuer Leitungen oder das Öffnen von Wänden – grundsätzlich genehmigungspflichtig und müssen vom Vermieter schriftlich genehmigt werden.
In der Praxis bedeutet das: Die Küche selbst kann in den meisten Mietwohnungen frei geplant und eingebaut werden, solange keine dauerhaften Eingriffe in die Bausubstanz erfolgen. Steckdosen dürfen von einem Elektriker ergänzt werden, sofern keine Leitungen neu verlegt werden müssen. Das Aufbohren von Wänden für Dübel und Haken ist in der Regel mietrechtlich problemlos, sofern die Löcher beim Auszug fachgerecht verschlossen werden.
Im Eigentumsobjekt – ob Wohnung oder Haus – sind die Gestaltungsmöglichkeiten größer. Hier können Wände geöffnet, Anschlüsse versetzt und Grundrisse verändert werden. Bei Eigentumswohnungen in Gemeinschaftseigentum (WEG) sind strukturelle Eingriffe jedoch häufig mit der Eigentümergemeinschaft abzustimmen. Wir empfehlen, vor Beauftragung der Planung die genauen rechtlichen Rahmenbedingungen zu klären – unser Beratungsteam hilft Ihnen dabei, die richtigen Fragen zu stellen.
Typische Fehler bei der Küchenausstattung im Bestandsobjekt – und wie Sie sie vermeiden
Nach vielen Jahren Beratungserfahrung kennen wir die häufigsten Fehler, die Kunden bei der Küchenplanung im Bestand machen. Diese Fehler sind vermeidbar – wenn man früh genug die richtigen Schritte unternimmt.
- Kein professionelles Aufmaß: Selbstvermessungen enthalten fast immer Fehler, die spätere Korrekturen erforderlich machen.
- Elektrik zu spät prüfen: Wenn der Elektriker erst kommt, wenn die Küche schon bestellt ist, können Lieferverzögerungen nicht mehr abgefangen werden.
- Günstigstes Angebot ohne Prüfung wählen: Beratung, Montage, Garantie und After-Sales-Service fehlen im günstigen Angebot oft komplett – der scheinbare Vorteil kostet am Ende mehr.
- Montage Fremdfirmen überlassen: Wenn Planung und Montage nicht aus einer Hand kommen, liegt die Verantwortung bei Problemen im Niemandsland.
- Stauraumbedarf unterschätzen: Eine professionelle Stauraumplanung bringt häufig 30–40 % mehr Nutzfläche als eine intuitive Planung.
- Begleitgewerke nicht koordinieren: Wer Elektriker, Fliesenleger und Küchenmontage nicht aufeinander abstimmt, riskiert Wartezeiten von Wochen.
Kosten und Budgetplanung für die Küchenausstattung im Bestandsobjekt
Die Kosten einer Küchenausstattung im Bestandsobjekt setzen sich aus mehreren Positionen zusammen, die einzeln budgetiert werden sollten. Neben den eigentlichen Küchenmöbeln und Geräten sind im Bestand häufig zusätzliche Posten zu berücksichtigen: Rückbau der alten Küche, Elektrosanierung, Sanitärarbeiten, Wandsanierung und Fliesenarbeiten.
Als grobe Orientierung: Eine professionell geplante Einbauküche für ein Bestandsobjekt mit hochwertigen Materialien und vollständiger Geräteausstattung beginnt – je nach Raumgröße und Ausstattungsgrad – im mittleren vierstelligen Bereich und ist nach oben unbegrenzt. Hinzu kommen Begleitgewerke, die je nach Sanierungsbedarf zwischen 1.000 und 5.000 Euro oder mehr ausmachen können.
Wichtig ist dabei das Gesamtpaket: Eine günstiger erscheinende Lösung ohne professionelle Beratung, ohne Montageservice und ohne Garantie kann durch nachträgliche Anpassungen, Reklamationen und Eigenleistungen schnell teurer werden als eine durchgeplante Lösung aus einer Hand. Wer transparent planen möchte, ist bei uns richtig – wir legen jede Kostenposition offen dar, bevor ein Vertrag unterschrieben wird.
Häufig gestellte Fragen zur Küchenausstattung im Bestandsobjekt
Was bedeutet Küchenausstattung Bestandsobjekt konkret?
Küchenausstattung im Bestandsobjekt bezeichnet die Planung, Lieferung und Montage einer neuen Einbauküche in einem bereits bestehenden, bewohnten oder genutzten Gebäude. Im Unterschied zum Neubau sind die baulichen Gegebenheiten – Raummaße, Anschlusspositionen, Wandbeschaffenheit, Elektroinstallation – vorgegeben und müssen in die Planung integriert werden. Das erfordert eine präzise Aufmaßnahme, erfahrene Planung und professionelle Koordination der beteiligten Handwerksgewerke.
Welche baulichen Maßnahmen sind vor dem Kücheneinbau im Bestandsobjekt nötig?
Je nach Zustand des Bestandsobjekts können folgende Maßnahmen erforderlich sein: Rückbau der alten Küche, Erneuerung oder Erweiterung der Elektroinstallation (Sicherungskreise, Leitungsquerschnitte), Sanierung von Wänden oder Decken, Verlegen oder Versetzen von Wasseranschlüssen sowie Fliesenarbeiten und Bodensanierung. Wir empfehlen, alle diese Maßnahmen vor der Küchenbestellung vollständig zu klären, damit Lieferung und Montage reibungslos ablaufen können.
Wie lange dauert die gesamte Küchenplanung und -installation im Bestandsobjekt?
Von der ersten Beratung bis zur fertigen Küche sollten im Bestandsobjekt realistisch vier bis sechs Monate eingeplant werden: etwa vier bis acht Wochen Planungsphase, sechs bis zwölf Wochen Lieferzeit nach Vertragsabschluss und zwei bis fünf Werktage für die eigentliche Montage. Hinzu kommen Vorlaufzeiten für Vorgewerke wie Elektriker und Sanitärinstallateur, die frühzeitig beauftragt werden sollten.
Kann ich eine Musterküche günstiger erwerben als eine Neuplanung?
Ja, der Kauf einer Musterküche aus unserem Abverkauf kann eine kosteneffiziente Alternative sein – wenn die Maße und die Konfiguration zur Bestandssituation passen. Da im Bestandsobjekt aber selten Standardmaße vorliegen, muss eine Musterküche häufig angepasst werden. Wir beraten Sie gerne, ob eine Ausstellungsküche für Ihre spezifische Raumsituation geeignet ist. Mehr dazu finden Sie auf unserer Seite zum Abverkauf von Musterküchen.
Übernimmt Lieblingsküchen auch die Gesamtkoordination im Bestandsobjekt?
Ja. Unser Beratungs- und Planungsprozess ist so aufgebaut, dass wir unsere Kunden durch alle neun Schritte von der Bedarfsermittlung bis zur Abnahme begleiten. Dazu gehört auch die Abstimmung und Terminkoordination mit den beteiligten Handwerksgewerken. Unsere eigenen Montageteams – sowohl in Rostock als auch in Schwerin – führen die Installation selbst durch und kennen die typischen Herausforderungen des Bestandsbaus. So bleibt die Verantwortung klar bei einer Anlaufstelle.
Was passiert, wenn bei der Montage im Bestandsobjekt unerwartete Probleme auftreten?
Im Bestandsbau sind unerwartete Überraschungen – etwa verdeckte Leitungen, Feuchtigkeitsschäden hinter Fliesen oder abweichende Maße nach dem Rückbau – keine Seltenheit. Genau deshalb setzen wir auf eigene, erfahrene Montageteams, die flexibel auf solche Situationen reagieren können. In der Planungsphase bauen wir außerdem Puffer für mögliche Anpassungen ein und besprechen proaktiv, wie mit typischen Szenarien umgegangen wird. Transparente Kommunikation ist dabei unser wichtigstes Werkzeug.
Ihre neue Küche im Bestandsobjekt – wir begleiten Sie von Anfang an
Persönliche Beratung, exaktes Aufmaß, eigene Montageteams und 5 Jahre Gerätegarantie – in Rostock, Schwerin und bundesweit über unsere Partnerstudios.











