Küche Maße: Der vollständige Leitfaden für perfekte Planung 2026
Die richtigen Küche Maße sind die Grundlage jeder gelungenen Küchenplanung. Küchenmaße umfassen alle relevanten Abmessungen von Unterschränken, Oberschränken, Hochschränken, Arbeitsplatten, Geräten und Verkehrswegen — und bestimmen, ob eine Küche funktional, ergonomisch und dauerhaft alltagstauglich ist. Wer diese Maße kennt und richtig anwendet, vermeidet teure Planungsfehler und schafft einen Küchenraum, der wirklich zum Leben passt.
In unserer täglichen Beratung im Küchenstudio in Rostock und Schwerin erleben wir es immer wieder: Kunden kommen mit dem festen Glauben, Standardmaße würden schon passen — und sind überrascht, wie viele Details tatsächlich auf sie persönlich abgestimmt werden können und sollten. Dieser Artikel gibt Ihnen das gesamte Fachwissen an die Hand, das Sie für eine fundierte Küchenplanung brauchen.
Warum Küche Maße mehr sind als nur Zentimeter
Küchenmaße sind keine abstrakten Zahlen aus dem Katalog. Sie bestimmen, ob Sie nach einem langen Arbeitstag entspannt kochen können oder ob Sie sich an halboffenen Schranktüren stoßen. Sie entscheiden, ob Ihr Rücken nach zehn Minuten am Herd schmerzt oder ob Sie stundenlang komfortabel arbeiten können.
Ergonomie in der Küche bedeutet: Die Küche passt zu den Menschen, die sie täglich nutzen — nicht umgekehrt. Arbeitshöhe, Griffhöhe, Türöffnungsradien, Ablageflächen und Bewegungsräume müssen aufeinander abgestimmt sein. Das ist Küchenplanung auf Profi-Niveau — und genau das ist es, was wir bei Lieblingsküchen täglich leisten.
Hinzu kommt: Maße sind nicht nur eine Frage der Bequemlichkeit, sondern auch der Sicherheit. Eine Backofentür, die nicht vollständig geöffnet werden kann, weil zu wenig Platz davor ist, ist nicht nur unpraktisch — sie ist gefährlich. Falsch bemessene Dunstabzugshöhen führen zu Kondensatproblemen. Zu knappe Abstände zwischen Herd und Unterschrank zu Brandrisiken.
Die wichtigsten Küche Maße im Überblick: Normmaße und was dahintersteckt
Die Küchenmöbelindustrie arbeitet mit weitgehend genormten Grundmaßen. Diese DIN-Norm-Maße ermöglichen es, Schränke, Fronten, Geräte und Arbeitsplatten verschiedener Hersteller miteinander zu kombinieren. Wer die Normmaße kennt, kann die Planung seiner Küche besser nachvollziehen und überprüfen.
Unterschrank-Maße: Die Basis der Küche
Unterschränke bilden den funktionalen Kern jeder Einbauküche. Die Standardtiefe beträgt 60 cm — diese Tiefe ist auf die Einbautiefe normierter Haushaltsgeräte abgestimmt. Die Standardhöhe des Unterschrankkörpers (ohne Sockel und Arbeitsplatte) liegt bei 72 cm.
Breiten werden in folgenden Normmaßen produziert: 30, 40, 45, 50, 60, 80 und 100 cm. Eckschränke folgen gesonderten Maßen, meist 90 × 90 cm oder 100 × 100 cm. Die Nennbreite ist dabei immer die Außenbreite des Korpus — die nutzbare Innenbreite ist um die Materialdicke der Seitenwände reduziert.
Der Sockel ist in der Regel zwischen 10 und 15 cm hoch und höhenverstellbar. Das ist wichtig für den Ausgleich von Bodenunebenheiten — in Altbauten in Rostock und Schwerin sind solche Unebenheiten keine Seltenheit, sondern die Regel.
Oberschrank-Maße: Erreichbarkeit und Raumwirkung
Oberschränke haben eine Standardtiefe von 35 cm. Diese geringere Tiefe im Vergleich zu Unterschränken ist bewusst gewählt: Sie hält die Oberkante des Oberschranks erreichbar und verhindert, dass die Schränke den Raum erdrücken. In kleinen Küchen oder bei besonders niedrigen Decken kann eine Tiefe von 25 cm sinnvoll sein.
Oberschrankhöhen sind in 50, 60, 70, 80, 90 und 100 cm erhältlich — je nachdem, wie viel Raumhöhe genutzt werden soll und wie hoch die Decke liegt. Die Unterkante des Oberschranks sollte mindestens 50–55 cm über der Arbeitsplatte beginnen, damit genug freier Arbeitsraum bleibt und die Oberschranktür nicht beim Aufstehen stört.
In der Praxis liegt die Oberkante der Oberschränke bei raumhoher Planung auf Deckenhöhe — das maximiert den Stauraum und gibt der Küche eine klare, aufgeräumte Wirkung. Wer allerdings sehr hohe Räume hat (über 260 cm), sollte bedenken, dass die obersten Regalböden dann kaum noch erreichbar sind — hier helfen ausziehbare Leitern oder ein bewusstes Einplanen von Dekorfläche statt Staufläche ganz oben.
Hochschrank-Maße: Maximaler Stauraum
Hochschränke verbinden Ober- und Unterschrankbereich und gehen in der Regel bis zur Decke oder bis 200–240 cm Höhe. Ihre Tiefe beträgt wie bei Unterschränken 60 cm, damit Einbaugeräte wie Einbaukühlschrank, Einbaubackofen oder Dampfgarer integriert werden können. Die Breite liegt typischerweise bei 60 oder 90 cm.
Besonders bei Vorratsschränken mit Auszugssystemen lohnt es sich, auf die Innenmaße zu achten: Ein 60-cm-breiter Hochschrank hat innen nur etwa 56–57 cm Nutzbreite. Für breite Backbleche oder Pizzasteine sind 90-cm-Hochschränke deutlich praktischer.
Küche Maße für Arbeitsplatten: Höhe, Tiefe und Überhang
Die Arbeitsplatte ist die wichtigste ergonomische Fläche in der Küche. Ihre Höhe beeinflusst direkt, ob man entspannt oder verspannt arbeitet. Die Tiefe bestimmt den nutzbaren Arbeitsraum. Der Überhang entscheidet, ob Sitzplätze integriert werden können.
Die richtige Arbeitshöhe berechnen
Die Standardarbeitshöhe von 86 cm (Oberkante Arbeitsplatte) ist für eine Körpergröße von etwa 165–170 cm ausgelegt. Wer größer ist, arbeitet gebückt — das belastet Rücken und Schultern erheblich. Die Faustformel lautet: Körpergröße ÷ 2 + 5 cm = ideale Arbeitshöhe.
Konkret bedeutet das: Bei 180 cm Körpergröße wäre die ideale Arbeitshöhe 95 cm. Das erreicht man durch höherverstellen des Sockels, eine dickere Arbeitsplatte oder erhöhte Korpusse. In Haushalten mit sehr unterschiedlichen Körpergrößen — zum Beispiel wenn Eltern und heranwachsende Kinder gemeinsam kochen — empfehlen wir zwei unterschiedliche Arbeitsbereiche auf verschiedenen Höhen einzuplanen.
Mehr dazu finden Sie in unserem ausführlichen Artikel zur richtigen Arbeitshöhe in der Küche, wo wir auch auf Sondersituationen wie Rollstuhlnutzung oder barrierefreie Planung eingehen.
Arbeitsplattendicke und Überhang
Standard-Arbeitsplatten aus Laminat oder Holz haben eine Dicke von 38 mm, hochwertige Materialien wie Keramik, Naturstein oder Quarzkomposit auch 20 mm (schlanke Optik) oder bis zu 60 mm (massiver Steinblock-Look). Die Dicke addiert sich zur Unterschrankhöhe und bestimmt so die finale Arbeitshöhe.
Der Überhang an der Vorderseite beträgt standardmäßig 2–3 cm — das schützt die Schrankfronten vor Spritzwasser. Möchten Sie an der Kücheninsel oder an einem Frühstückstresen sitzen, brauchen Sie einen Überhang von mindestens 30–40 cm für Beinfreiheit auf Hockerhöhe (ca. 75–80 cm Sitzhöhe) und mindestens 25 cm Kniefreiheit unterhalb der Platte.
Mehr zu den verschiedenen Oberflächenmaterialien und deren spezifischen Maßanforderungen lesen Sie in unserem Überblick über Arbeitsplattenmaterialien.
Küche Maße: Verkehrswege, Bewegungsräume und Abstände
Funktionale Küchenmaße hören nicht bei den Möbeln auf. Die Abstände zwischen Möbeln, Wänden und Geräten sind entscheidend dafür, ob die Küche im Alltag wirklich funktioniert — oder ob sie zur täglichen Stressprobe wird.
Mindestabstände für Gangbereiche
Vor einer einseitigen Küchenzeile sollte der freie Gangbereich mindestens 90 cm betragen. Das reicht für eine Person, die sich bequem bewegt und Schubladen sowie Türen öffnet. Bei einer Küche mit Zeilen auf beiden Seiten (Galley-Küche) empfehlen wir mindestens 100–120 cm zwischen den Frontseiten — so können zwei Personen nebeneinander arbeiten, ohne sich ständig im Weg zu sein.
Vor dem Backofen und dem Geschirrspüler sind mindestens 120 cm Freiraum nötig. Backblechauszug und gebücktes Entnehmen schwerer Auflaufformen erfordern Bewegungsraum, der sich nicht durch Millimeteroptimierung wegplanen lässt.
Abstände zu Wänden, Fenstern und Türen
Türöffnungsradien müssen in der Planung berücksichtigt werden — eine Tür, die in die Küche schwenkt, kann die gesamte Nutzungslogik aushebeln. Fenster bestimmen, wo Herd, Spüle oder Arbeitsfläche sinnvoll liegen. Heizkörper und Steckdosen müssen in den Grundriss integriert oder verlegt werden, bevor Möbel aufgestellt werden.
Besonders wichtig: der Mindestabstand von Herd oder Kochfeld zu brennbaren Materialien. Zur Seite hin müssen mindestens 20 cm Abstand zu einem Hochschrank eingehalten werden (je nach Gerätetyp und Herstellervorgabe). Darüber hinaus gelten Brandschutzabstände zur Dunstabzugshaube, die wir in unserem Artikel zu Dunstabzugshauben und deren richtiger Installation ausführlich beschreiben.
Welchen Mindestabstand braucht ein Backofen vor sich?
Vor einem Einbaubackofen sollten mindestens 120 cm freier Raum vorhanden sein. Das ermöglicht das vollständige Öffnen der Ofentür sowie sicheres Entnehmen und Abstellen von heißem Backgut. Bei Küchen mit Kücheninsel gegenüber dem Backofen sollte der Inselabstand entsprechend geplant werden.
Geräteöffnungen und Einbaumaße: Was Ihnen kein Katalog verrät
Einbaugeräte folgen eigenen Normmaßen, die von Möbelmaßen abweichen können. Diese Unterschiede sind klein — aber konsequenzenreich. Ein Einbaugerät, das 1 cm zu breit für den geplanten Nischenschrank ist, macht eine Umplanung notwendig. Wer Geräteausschnitte und Nischenmaße erst beim Aufmaß vor der Montage prüft, riskiert böse Überraschungen.
Standardmaße gängiger Einbaugeräte
| Gerät | Breite | Tiefe | Höhe (Nische) |
|---|---|---|---|
| Einbaukühlschrank (Standard) | 60 cm | 55–60 cm | 122 / 177 / 192 cm |
| Geschirrspüler (Standard) | 60 cm | 55–60 cm | 81–82 cm (Nische) |
| Geschirrspüler (Schmal) | 45 cm | 55–60 cm | 81–82 cm (Nische) |
| Einbaubackofen | 60 cm | 55–60 cm | 59,5 cm (Nische) |
| Induktionskochfeld (Standard) | 60 cm | 52 cm (Ausschnitt) | Einbau in Arbeitsplatte |
| Induktionskochfeld (Breit) | 90 cm | 52 cm (Ausschnitt) | Einbau in Arbeitsplatte |
| Dampfgarer | 60 cm | 55–60 cm | 45 cm (Nische) |
| Mikrowelle (Einbau) | 60 cm | 38–40 cm | 38–45 cm (Nische) |
Wichtig: Diese Maße sind Richtwerte. Gerätespezifische Nischenmaße können um wenige Millimeter abweichen. In der professionellen Planung bei Lieblingsküchen prüfen wir die exakten Einbaumaße für jedes ausgewählte Gerät und stimmen die Schrankmaße präzise darauf ab.
Was passiert, wenn Maße nicht stimmen?
Unsere Kunden fragen uns häufig, was im schlimmsten Fall passiert, wenn Maße nicht exakt geplant wurden. Die Antwort ist ernüchternd: Ein Gerät, das 2 cm zu breit für die geplante Nische ist, bedeutet entweder ein anderes Gerät oder einen anderen Schrank — beides kostet Zeit und häufig Geld. Ein Geschirrspüler, der sich wegen einer zu niedrigen Nische nicht schließen lässt, ist ein klassischer Fehler beim Selbstaufmaß.
Mehr dazu, welche Planungsfehler beim Küchenkauf besonders teuer werden können, lesen Sie in unserem Artikel zu den 3 teuren Fehlern beim Küchenkauf.
Küche Maße nach Küchenform: Einzel-, L-, U- und Inselküche
Die Form der Küche bestimmt, wie Maße zusammenspielen. Jede Küchenform hat eigene Maßanforderungen und Mindestflächen. Wir erläutern die wichtigsten Varianten — und welche Raumgrößen jeweils sinnvoll sind.
Einzeilige Küche (Galley-Küche)
Die Einzeilenküche ist die kompakteste Form — alle Schränke und Geräte auf einer Wandseite. Sie funktioniert in Räumen ab etwa 2 m Breite und 2,5 m Länge. Der Vorteil: kurze Wege. Der Nachteil: begrenzter Stauraum und Arbeitsfläche.
Bei der zweizeiligen Ausführung (Schlauchküche, Galley) stehen Zeilen auf beiden Seiten. Hier sind mindestens 220 cm Raumbreite nötig — besser 240 cm, damit zwei Personen komfortabel arbeiten können. Sehr beliebte Lösung in Altbauten mit langen, schmalen Küchengrundrissen.
L-förmige Küche
Die L-Küche nutzt zwei angrenzende Wände und schafft einen natürlichen Arbeitsdreieck zwischen Kühlschrank, Spüle und Kochstelle. Der Raum sollte mindestens 3 × 3 m groß sein, besser 3,5 × 3,5 m. In der Ecke entstehen je nach Ausstattung Karussellschränke, Magic-Corner-Systeme oder Ecklösungen mit Vollauszug.
Die Ecktiefe: Wo zwei 60-cm-Zeilen aufeinandertreffen, entsteht innen ein Eckraum von etwa 90 × 90 cm. Der nutzbare Bereich hängt vom gewählten Innenausbausystem ab — Karusselle haben hier andere Maße als Vollauszüge.
U-förmige Küche
Die U-Küche nutzt drei Wandseiten und bietet maximalen Stauraum und Arbeitsfläche. Der Mindestabstand zwischen den beiden parallelen Zeilen sollte 120 cm betragen — besser 150 cm. Der Raum sollte mindestens 4 × 3 m groß sein, damit die U-Form nicht erdrückend wirkt.
Besonders in Familienhaushalten in Rostock und Schwerin, wo wir viele Bestandsimmobilien mit großzügigen Altbauküchen planen, ist die U-Form eine häufig gewählte Lösung — weil sie den vorhandenen Platz maximal ausschöpft.
Küche mit Insel
Die Kücheninsel ist 2026 nach wie vor einer der meistgewünschten Küchentrends. Eine freistehende Insel braucht rundum mindestens 90 cm Umgang — besser 100–120 cm. Das bedeutet: Der Raum sollte mindestens 4 × 4 m groß sein, damit eine Insel wirklich funktional ist und nicht zum Hindernis wird.
Inseln können Spülen, Kochfelder oder Sitztresen integrieren. Die Höhe des Inseltresens variiert: Standard ist 90 cm (Arbeitshöhe), für Sitzbereich mit Barhockern 100–110 cm. Ein kombiniertes Konzept mit 90 cm Arbeitsfläche und 110-cm-Tresen auf der Sitzseite ist möglich, erfordert aber präzise Planung der Stufenübergänge.
Maße für kleine Küchen: Wenn jeder Zentimeter entscheidet
Kleine Küchen unter 10 m² — oder gar Miniküchen in Einzimmerwohnungen — stellen besondere Anforderungen. Hier gelten andere Prioritäten als in großen Räumen: Jede Fläche muss mehrfach nutzbar sein, Geräte müssen nach Platzbedarf ausgewählt werden, und selbst die Griffform der Schranktüren beeinflusst die Nutzbarkeit.
Tipps für die Maßplanung kleiner Küchen
- Schmalgeräte nutzen: 45-cm-Geschirrspüler spart 15 cm Breite — das ist ein ganzer Schubkasten extra
- Oberschranktiefen reduzieren: 25 statt 35 cm gibt optisch mehr Raum und hält die Küche offener
- Grifflose Fronten: Keine abstehenden Griffe bedeutet weniger Verletzungsgefahr und freiere Bewegung
- Hochschränke statt breiter Unterschränke: Vertikaler Stauraum spart Grundfläche
- Klapptüren und Schiebetüren: Öffnen nicht in den Gangbereich — kritisch bei unter 120 cm Breite
- Ausgeklappte Arbeitsplatten: Klapptische oder ausziehbare Platten verdoppeln die Arbeitsfläche bei Bedarf
- Integrierte Dunstabzugshaube: Deckenflache Modelle sparen Höhe und geben Oberschrankraum zurück
- Schubladen statt Drehtüren: Voller Zugang zum Inhalt ohne zusätzlichen Schwenkraum
Wir haben ausgefallene Lösungen und kreative Konzepte für kleine Küchen in einem eigenen Artikel zusammengestellt: Ausgefallene kleine Küchen — wenn Platzmangel zur Stärke wird.
Ergonomische Küchenmaße: Der Körper als Maßstab
Ergonomie in der Küche bedeutet, dass die Küche sich dem Körper anpasst — nicht der Körper der Küche. Das klingt selbstverständlich, ist in der Praxis aber alles andere als Standard. Die meisten Standardküchen sind für eine Durchschnittsperson von etwa 170 cm Körpergröße ausgelegt. Alle, die davon abweichen — und das sind viele — arbeiten täglich mit einer Küche, die für sie nicht optimal eingerichtet ist.
Ergonomische Zoneneinteilung der Küche
Die Küchenergonomie unterscheidet drei Greifzonen: Die Hauptarbeitszone liegt zwischen Ellenbogenhöhe minus 15 cm und Schulter — hier sollten die meisten Arbeitsvorgänge stattfinden. Die Komfortzone liegt zwischen Hüfte und Schulterhöhe und eignet sich für mittelhäufige Zugriffe. Die Streckzone ab Schulterhöhe aufwärts und die Bückzone unterhalb der Kniehöhe sollten für selten genutzte Gegenstände reserviert sein.
Konkret: Täglich genutzte Tassen und Teller gehören in den Oberschrank auf eine Höhe zwischen 130 und 150 cm. Schwere Töpfe in bodennahe Schubladen. Seltener genutzte Backformen ganz oben oder ganz unten. Diese Überlegungen fließen in jede unserer Planungen ein — lange bevor wir über Frontfarben sprechen.
Sitzhöhe, Barhöhe und ergonomische Sonderlösungen
Wer einen Sitzbereich in der Küche plant, muss Möbelhöhen und Sitzmaße aufeinander abstimmen. Standard-Esstisch: 72–76 cm hoch, passende Stühle: 44–48 cm Sitzhöhe. Kücheninsel auf Arbeitshöhe (90 cm): passende Barhocker 65–70 cm Sitzhöhe. Hohe Insel oder Tresen (100–110 cm): Barhocker mit 75–80 cm Sitzhöhe.
Für barrierefreie Küchen (DIN 18040-2) gelten eigene Maße: Unterfahrbare Bereiche mindestens 90 cm breit und 67 cm hoch, Durchgangsbreiten mindestens 90 cm. Das sind Maße, die wir bei entsprechenden Projekten selbstverständlich in unsere Planung einbeziehen.
Küche Maße und Raumhöhe: Was passiert bei niedrigen oder hohen Decken?
Standard-Küchenschränke sind für Raumhöhen von 240–250 cm konzipiert. Was aber, wenn die Decke nur 220 cm hoch ist — oder 320 cm wie in manchen Altbauten an der Warnow? Beide Szenarien erfordern eine angepasste Planung.
Niedrige Decken (unter 230 cm)
Bei Raumhöhen unter 230 cm sind klassische Hochschränke oft zu hoch und müssen auf Maß angefertigt oder mit Abdeckpaneel nach oben ergänzt werden. Alternativ kann auf Hochschränke verzichtet und mehr auf Unterkörper und Oberschränke in reduzierter Höhe gesetzt werden. Die psychologische Wirkung hellerer Fronten und durchgehender Küchenzeilen ohne Unterbrechung hilft, den Raum weiter wirken zu lassen.
Hohe Decken (über 260 cm)
Bei hohen Decken bieten sich raumhohe Schranksysteme an, die bis auf 280 oder 300 cm Höhe gehen. Die Oberkante des Schranks auf Deckenhöhe zu bringen, erfordert Maßanfertigung oder präzise Füllstücke. Der Stauraum im obersten Drittel sollte für Saisonales oder Seltengenutzes reserviert werden — Stehleitern oder Hochziehauszüge helfen, die Höhe trotzdem nutzbar zu machen.
Wie gehe ich mit schrägen Decken in Dachgeschoss-Küchen um?
Dachgeschossküchen sind eine besondere Herausforderung. Schräge Decken machen genormte Oberschränke oft unmöglich — Maßschreinerlösungen oder speziell angepasste Küchenlinien sind dann die einzige Option. Wir empfehlen, bei Dachgeschossküchen mit einem erfahrenen Küchenstudio zu arbeiten, das individuelle Maßlösungen realisieren kann.
People Also Ask: Häufige Fragen zu Küchenmaßen
Wie viel Platz brauche ich für eine Küche mit Insel?
Eine Kücheninsel benötigt rundum mindestens 90 cm freien Umgang — besser 100–120 cm, wenn mehrere Personen gleichzeitig an der Insel und der Küchenzeile arbeiten. Der Gesamtraum sollte mindestens 4 × 4 m groß sein. Bei kleineren Räumen ab etwa 3 × 3,5 m ist eine Halbinsel oder ein angebundener Tresen eine platzsparende Alternative.
Welche Standardmaße hat eine Einbauküche in der Breite?
Einzelne Küchenelemente sind in Breiten von 30, 40, 45, 50, 60, 80 und 100 cm erhältlich. Eine typische Einbauküche in einem mittleren Haushalt ist 2,40 bis 3,60 m lang, bei L- oder U-Form entsprechend mehr. Es gibt keine feste Gesamtbreite — sie ergibt sich aus der Raumsituation und der gewählten Küchenform.
Welchen Abstand sollte die Dunstabzugshaube vom Kochfeld haben?
Der Mindestabstand zwischen Kochfeld und Dunstabzugshaube beträgt bei Elektrokochfeldern und Induktionskochfeldern in der Regel 65–75 cm, bei Gaskochfeldern mindestens 75 cm. Zu geringe Abstände können zu Überhitzung der Haube führen und sind häufig gegen Sicherheitsvorschriften. Die genauen Herstellervorgaben für das jeweilige Gerät sind dabei verbindlich.
Kann ich Küchenmaße einfach selbst aufnehmen?
Grundlegende Maße wie Raumlänge und -breite kann jeder mit einem Maßband aufnehmen. Für eine professionelle Küchenplanung reicht das jedoch nicht aus: Schrägen, Nischen, Türfalze, Fensterrahmentiefen, exakte Anschlusspositionen und Bodenunebenheiten müssen präzise erfasst werden. Kleine Messfehler führen in der Planung zu großen Problemen. Deshalb übernehmen wir bei Lieblingsküchen das professionelle Aufmaß als Teil unserer Beratung.
Küchenplanung in 9 Schritten bei Lieblingsküchen: So arbeiten wir mit Maßen
Nach über zehn Jahren Erfahrung in der Küchenplanung in Rostock, Schwerin und über unser bundesweites Partnernetzwerk wissen wir: Die Maßaufnahme ist nicht der erste Schritt — sie ist der zweite. Der erste Schritt ist das Gespräch über Ihre Lebensweise, Ihre Familie, Ihre Gewohnheiten und Ihre Wünsche. Erst dann werden Maße zu einem Werkzeug, das wirklich nützlich ist.
- Bedarfsermittlung: Was brauchen Sie wirklich — jetzt und in 10 Jahren?
- Inspiration: Stilrichtungen, Materialien, Farbwelten
- Beratungsvorbereitung: Raummaße, Grundrisse, Fotos
- Planung im Studio: 3D-Visualisierung auf Basis Ihrer echten Maße
- Angebotsprüfung: Transparente Kalkulation, keine versteckten Kosten
- Vertragsabschluss: Klare Vereinbarungen, 5 Jahre Gerätegarantie
- Montagevorbereitung: Handwerkerkoordination, Anschlüsse, Timing
- Montage: Durch unsere eigenen, geschulten Montageteams
- Abnahme: Gemeinsame Kontrolle — alles passt, alles funktioniert
Was viele nicht wissen: Gerade der Schritt der 3D-Planung im Studio ist maßentscheidend. Wir zeigen Ihnen im Maßstab, wie viel Platz tatsächlich vor dem Backofen verbleibt, wie die Schranktür beim Öffnen steht und ob die Spüle genug Tageslicht bekommt. Das ist ein Unterschied zu einer Skizze auf Papier, den man sehen muss, um ihn zu verstehen.
Besuchen Sie uns in einem unserer Studios — in Rostock am Warnowufer, im Küchenstudio Küchen am Hopfenmarkt in der Rostocker Stadtmitte oder in Schwerin. Oder vereinbaren Sie einen Online-Beratungstermin, wenn der Weg zu weit ist. Unsere Partnerstudios bundesweit arbeiten nach denselben Standards.
Maße für Küchen in besonderen Räumen: Bad, Hauswirtschaftsraum, Wohnbereich
Lieblingsküchen plant nicht nur Küchen. Wir übertragen dieselbe Maßpräzision und Planungsphilosophie auf Bäder, Hauswirtschaftsräume und Wohnbereiche. Denn die Herausforderungen ähneln sich: Normmaße, individuelle Raumsituationen, ergonomische Anforderungen und ästhetische Ansprüche müssen in Einklang gebracht werden.
Im Hauswirtschaftsraum etwa gelten andere Maße als in der Küche: Waschmaschinenausschnitte (60 × 60 cm), Trocknernischen, Bügelbretter mit Klappfunktion und Stauraumsysteme für Reinigungsmittel folgen eigenen Planungslogiken. Wer Hauswirtschaftsraum und Küche zusammendenkt, spart wertvolle Bewegungsenergie im Alltag.
FAQ: Küche Maße — die häufigsten Fragen unserer Kunden
Welche Mindestfläche braucht eine Küche?
Eine funktionale Einzeilenküche kann theoretisch auf einer Fläche von etwa 4–5 m² funktionieren, wenn die Grundrissform günstig ist. Empfohlen werden für eine vollwertig ausgestattete Küche mindestens 7–8 m², für eine L-Küche mit Essplatz mindestens 12–15 m². In der Praxis hängt die Mindestfläche stark von der gewählten Küchenform, der Gerätekonfiguration und den Anforderungen der Bewohner ab. Kleine Flächen lassen sich durch geschickte Planung deutlich besser nutzbar machen als durch reine Quadratmeterzahlen deutlich wird — professionelle Planung macht hier den entscheidenden Unterschied.
Wie tief sind Küchenunterschränke wirklich — und was beeinflusst die nutzbare Tiefe?
Der Korpus eines Standard-Unterschranks ist 56–58 cm tief — die Nenntiefe von 60 cm schließt die Front mit ein. Die nutzbare Innentelfe liegt bei 52–55 cm, abhängig von der Materialdicke der Rückwand. Schubladen mit vollem Auszug nutzen diese Tiefe vollständig aus, Drehtürschränke haben aufgrund der Tür und eventueller Scharniere eingeschränkte Nutzbarkeit in den vorderen Zentimetern. Einbaugeräte haben ebenfalls eigene Einbautiefen, die beim Aufmaß geprüft werden müssen.
Was ist der Unterschied zwischen Nennmaß und Rohbaumaß in der Küchenplanung?
Das Nennmaß ist die Außenabmessung des Schrankkörpers, wie er im Katalog angegeben wird. Das Rohbaumaß bezeichnet die Wandöffnung oder den Einbauraum, der für Gerät oder Schrank freigehalten werden muss — inklusive Toleranzen für Anschlüsse, Belüftung und Montagegenauigkeit. Bei Einbaugeräten ist das Rohbaumaß (= Nischengröße) oft größer als das Gerätemaß selbst, weil Luftzirkulation und Anschlusskabel Platz brauchen. Diese Unterschiede sind essenziell für eine fehlerfreie Küchenplanung und werden in unserer Planung immer berücksichtigt.
Wie plane ich die richtige Höhe für Oberschränke, wenn ich groß bin?
Bei Körpergrößen über 180 cm empfehlen wir, die Unterkante der Oberschränke auf 55–60 cm über der Arbeitsplatte zu legen statt der üblichen 50 cm. Das gibt mehr Kopffreiheit beim Arbeiten an der Küchenzeile und erleichtert das Einblicken in die Oberschränke. Alternativ können Oberschränke mit Unterflur-Liftmechanismus geplant werden, die den Inhalt auf Arbeitshöhe bringen. Wer Oberschränke grundsätzlich schwer erreichen kann, sollte die Raumhöhe konsequent durch raumhohe Hochschränke nutzen und Oberschränke reduzieren.
Welche Maße sind bei einer Kücheninsel mit Sitzbereich zu beachten?
Eine Kücheninsel mit Sitzbereich auf Arbeitshöhe (90 cm) passt zu Barhockern mit einer Sitzhöhe von 65–70 cm. Die Kniefreiheit unterhalb der Platte sollte mindestens 25–30 cm betragen, die freie Breite pro Sitzplatz mindestens 60 cm. Für eine erhöhte Thekenzone (100–110 cm) sind Barhocker mit 75–80 cm Sitzhöhe nötig. Auf der Arbeitsseite der Insel muss ausreichend Umgang verbleiben — mindestens 90 cm, besser 120 cm. Wir visualisieren solche Lösungen in unserer Studioplanung in 3D, damit Sie die Proportionen vor der Entscheidung wirklich sehen können.
Ihre Küche. Ihre Maße. Ihr Lieblingsort.
Wir beraten Sie persönlich in Rostock oder Schwerin — oder online, wenn Sie weiter weg wohnen. Eigene Montageteams, 5 Jahre Gerätegarantie und transparente Planung von der ersten Idee bis zur Abnahme.



