Welche Arbeitshöhe ist optimal? Der vollständige Ratgeber für ergonomische Küchenplanung 2026
Welche Arbeitshöhe ist optimal? Die Antwort ist einfacher als viele denken: Die ideale Arbeitshöhe liegt für die meisten Menschen 10 bis 15 Zentimeter unterhalb der Ellenbogenspitze beim aufrecht stehenden, 90 Grad angewinkelten Arm. Das klingt abstrakt — ist aber ein handfestes Maß, das wir in der Küchenplanung täglich nutzen. Wer diesen Wert kennt und in der Planung konsequent umsetzt, schützt seinen Rücken, arbeitet entspannter und macht die Küche zum wirklichen Herzstück des Zuhauses.
In diesem Artikel erklären wir Ihnen alles, was Sie zur optimalen Arbeitshöhe wissen müssen: die Berechnungsformel, die Unterschiede zwischen einzelnen Arbeitszonen, Sonderlösungen für unterschiedlich große Nutzer und typische Planungsfehler, die wir immer wieder sehen. Damit Sie am Ende eine Küche bekommen, in der Sie sich wirklich wohlfühlen — heute und in zwanzig Jahren.
Warum die richtige Arbeitshöhe in der Küche so entscheidend ist
Die Arbeitshöhe ist einer der am häufigsten unterschätzten Parameter in der Küchenplanung. Viele Kunden kommen zu uns mit dem Gedanken: „Standard wird schon passen.“ Doch Standard bedeutet im Küchenbau eine Arbeitshöhe von circa 86 cm — ein Maß, das ursprünglich für eine durchschnittliche Körpergröße von etwa 168 cm konzipiert wurde.
Wer kleiner oder größer ist, arbeitet täglich in einer ergonomisch ungünstigen Position. Das merkt man am Abend zuerst im Rücken, dann in den Schultern — und irgendwann wird die Küche unbewusst gemieden, weil Kochen anstrengend statt angenehm ist.
In unserer täglichen Beratung erleben wir immer wieder, dass Kunden erst im Gespräch bemerken, wie viel Gestaltungsspielraum in diesem scheinbar technischen Detail steckt. Und wie sehr eine angepasste Höhe das Arbeiten in der Küche verändert.
Die Formel: Welche Arbeitshöhe ist optimal für meine Körpergröße?
Die Berechnung der optimalen Arbeitshöhe folgt einem klaren Schema, das von Ergonomieexperten und Küchenfachplanern gleichermaßen angewendet wird:
- Körpergröße ohne Schuhe messen — das ist die unverfälschte Ausgangsbasis.
- Ellenbogenhöhe ermitteln: Aufrecht stehen, Arm im 90-Grad-Winkel anwinkeln, Abstand Ellenbogenspitze zum Boden messen.
- 10–15 cm abziehen — das Ergebnis ist Ihre individuelle Richthöhe für die Hauptarbeitsfläche.
- Bodenbelag einrechnen: Fliesen, Parkett oder Vinyl haben unterschiedliche Aufbauhöhen — das beeinflusst das fertige Maß um bis zu 2 cm.
- Schuhsohlendicke berücksichtigen: Wer in der Küche bevorzugt Hausschuhe mit flacher Sohle trägt, rechnet anders als jemand mit 3-cm-Sohle.
Das klingt aufwendig — ist es in der Praxis aber nicht. Unsere Planer nehmen diese Messung gemeinsam mit Ihnen vor, häufig direkt im Studio an einer Musterfläche. So bekommen Sie ein sofort spürbares Gefühl für den Unterschied zwischen 86 cm, 90 cm und 95 cm Arbeitshöhe.
Optimale Arbeitshöhe nach Körpergröße: Die Referenztabelle
Als Orientierung für die erste Planung bietet unsere Tabelle konkrete Richtwerte nach Körpergröße. Diese Werte basieren auf der Ellenbogen-Formel und gelten für normale Hausschuhe mit flacher Sohle sowie einen Standardboden ohne erhöhten Aufbau:
| Körpergröße | Ellenbogenhöhe (ca.) | Optimale Arbeitshöhe | Hinweis |
|---|---|---|---|
| 155 cm | ca. 92 cm | 80–82 cm | Niedriger Sockel oder reduzierter Korpus empfohlen |
| 160 cm | ca. 95 cm | 83–85 cm | Unter Standardmaß — Sockel anpassen |
| 165 cm | ca. 98 cm | 85–88 cm | Unteres Standardsegment, oft passt Standard |
| 170 cm | ca. 100 cm | 88–90 cm | Klassischer Standardbereich |
| 175 cm | ca. 104 cm | 90–94 cm | Oberes Standardsegment |
| 180 cm | ca. 107 cm | 93–97 cm | Erhöhter Sockel oder angepasster Korpus nötig |
| 185 cm | ca. 110 cm | 96–100 cm | Individuelle Sonderhöhe, gezielt planen |
| 190 cm und mehr | ca. 113 cm+ | 100–105 cm | Immer individuelle Planung erforderlich |
Diese Werte sind Richtwerte. Die exakte Höhe wird in der persönlichen Beratung auf Basis Ihrer Maße und Nutzungsgewohnheiten festgelegt.
Unsere Erfahrung zeigt: Schon 3–4 cm Unterschied in der Arbeitshöhe werden von den meisten Menschen sofort gespürt. Das unterstreicht, wie wichtig dieses Maß ist — und warum die richtige Arbeitshöhe in der Küche nicht dem Zufall überlassen werden sollte.
Welche Arbeitshöhe ist optimal für verschiedene Küchenzonen?
Ein häufiges Missverständnis: Es gibt nicht eine optimale Arbeitshöhe für die gesamte Küche. Verschiedene Tätigkeitsbereiche stellen unterschiedliche ergonomische Anforderungen. Professionelle Küchenplanung denkt zonenweise.
Hauptarbeitsfläche: Der Bereich zum Schneiden und Vorbereiten
Hier gilt die klassische Ellenbogenformel am direktesten. Die Hauptarbeitsfläche ist der Bereich, in dem die meiste Vorbereitungsarbeit stattfindet — Schneiden, Rühren, Ausrollen, Abmessen. Präzises, kraftvolles Arbeiten ist hier gefragt, weshalb die Fläche nicht zu hoch liegen sollte.
Die optimale Höhe liegt hier für die meisten Menschen zwischen 86 und 96 cm, exakt abhängig von der individuellen Ellenbogenhöhe.
Kochfeld: Leicht tiefer planen für bessere Kontrolle
Das Kochfeld sollte 5 bis 10 cm tiefer als die reguläre Arbeitsfläche liegen. Wer in einen Topf schaut und dabei rührt, profitiert von einer tieferen Position: Der Blick in das Kochgut wird besser, der Arm muss weniger gehoben werden, und Spritzer treffen weniger leicht auf Gesicht und Oberkörper.
Technisch lässt sich das durch ein versenktes Kochfeld, eine eigene tiefere Kochzone oder durch eine Insel mit angepasster Höhe realisieren. Unsere Planer besprechen diese Optionen in der Planungsphase — sie sind Teil eines durchdachten ergonomischen Gesamtkonzepts. Mehr zu den Möglichkeiten bei der Ausstattung finden Sie auch in unserem Artikel zur Ablufthaube — worauf Sie achten müssen.
Spüle: Etwas höher für entspanntes Abwaschen
Das Spülbecken darf und sollte 5 cm höher als die Standardarbeitsfläche geplant werden. Der Grund: Beim Abwaschen stehen die Hände tief im Becken, der Oberkörper neigt sich leicht nach vorn. Eine höhere Position kompensiert dieses natürliche Absinken und hält die Wirbelsäule in einer neutralen, aufrechten Position.
Diesen Aspekt vergessen viele Kunden — und wundern sich später, warum das Abwaschen trotz „richtiger“ Arbeitshöhe anstrengend bleibt.
Frühstücksbar oder Kücheninsel: Tresen- oder Barstuhllösung
Eine Kücheninsel oder eine Frühstücksbar kann auf einer anderen Höhe geplant werden als die Unterschränke. Klassische Tresenöhen liegen bei 90–95 cm für normale Stühle, bei 100–110 cm für Barhocker. Diese Zonen sind ideal als zweite Arbeitshöhe für den Partner oder als informeller Essbereich.
Welche technischen Parameter beeinflussen die fertige Arbeitshöhe?
In der Küchenplanung 2026 gibt es mehrere technische Stellschrauben, über die die Arbeitshöhe gesteuert wird. Wer sie kennt, versteht, warum professionelle Planung notwendig ist — und warum man diese Entscheidungen nicht dem Standard überlassen sollte.
Sockelhöhe: Die einfachste Stellschraube
Der Sockel (Fußleiste unter dem Unterschrank) ist standardmäßig 10–15 cm hoch und bildet die erste Stellschraube. Durch einen höheren oder niedrigeren Sockel lässt sich die gesamte Arbeitshöhe ohne Änderung der Korpusse anpassen. Viele Hersteller bieten Sockelhöhen von 10–20 cm an — in der individuellen Planung ist auch darüber hinaus vieles möglich.
Korpushöhe: Der Standard und seine Varianten
Standardunterschränke sind 72 cm hoch (ohne Sockel und Platte). Diese Maßangabe findet sich in nahezu allen Küchenkatalogen. Zusammen mit einem 15 cm-Sockel und einer 3 cm-Arbeitsplatte entsteht daraus die klassische Arbeitshöhe von 90 cm.
Wer von diesem Standard abweichen möchte, kann entweder höhenkorrigierte Korpusse bestellen oder — eleganter — Sockel und Arbeitsplattendicke kombiniert anpassen. Wichtig: Diese Entscheidung muss vor der Produktion fallen. Nachträgliche Korrekturen sind aufwendig und teuer.
Arbeitsplattendicke: Materialsache
Dieser Aspekt wird häufig übersehen. Arbeitsplattenmaterialien unterscheiden sich erheblich in ihrer Dicke:
- Keramik / Feinsteinzeug / Sinterglas: oft nur 6–12 mm dünn — spart Höhe
- Laminat / Kunststoff: klassisch 38 mm, manchmal 28 mm
- Massivholz: typisch 40–60 mm Stärke
- Naturstein / Granit / Quarzkomposit: meist 20–30 mm
- Beton / Sichtbeton-Optik: 50–80 mm je nach Ausführung
Wer von einer 38-mm-Laminatplatte auf eine 60-mm-Holzplatte wechselt, verändert die Arbeitshöhe um 2,2 cm. Das ist für die Ergonomie spürbar — und muss bereits in der Planungsphase berechnet werden. Mehr zu pflegeleichten Arbeitsplatten für die Küche finden Sie in unserem ausführlichen Ratgeber.
Bodenaufbau: Oft vergessen, immer relevant
Fliesen, Parkett oder Vinylboden haben unterschiedliche Aufbauhöhen. Wird die Küche auf Rohboden geplant und später Fliesen verlegt, erhöht sich die effektive Standfläche um 8–15 mm. Das klingt marginal — verschiebt aber die fertige Arbeitshöhe messbar. In unserer Montagevorbereitung — Schritt 7 unseres 9-Schritte-Beratungsprozesses — nehmen wir genau diese Maße auf, um Überraschungen zu vermeiden.
📐 Die vier technischen Parameter der Arbeitshöhe im Überblick
- Sockelhöhe: 10–20 cm | frei wählbar | einfachste Anpassung
- Korpushöhe: Standard 72 cm | Sonderhöhen möglich
- Arbeitsplattendicke: 6 mm (Keramik) bis 80 mm (Beton) | materialabhängig
- Bodenaufbau: 0–15 mm | muss vor Montage bekannt sein
Alle vier Parameter zusammen ergeben die fertige Arbeitshöhe. Nur wer alle kennt, plant richtig.
Welche Arbeitshöhe ist optimal, wenn zwei Personen die Küche nutzen?
Das ist in unserer Beratung eine der am häufigsten gestellten Fragen — und gleichzeitig eine der wichtigsten. Wenn zwei Personen mit einem Größenunterschied von 15 cm oder mehr gemeinsam eine Küche nutzen, gibt es keinen einzigen „richtigen“ Kompromiss auf einer einzigen Höhe.
Lösung 1: Die Haupthöhe für die Hauptnutzerin bestimmen
In vielen Haushalten gibt es eine Person, die deutlich mehr Zeit in der Küche verbringt. Deren ergonomische Anforderungen haben Priorität. Das ist keine Dominanzfrage — das ist körpergerechte Planung. Die andere Person arbeitet dann an der Kücheninsel, am Frühstückstresen oder an einem separaten Segment auf einer anderen Höhe.
Lösung 2: Zwei Arbeitszonen auf unterschiedlichen Höhen
Wir planen in 2026 zunehmend Küchen mit bewusst gestuften Arbeitsflächen. Eine L-Küche oder eine U-Küche bietet die Möglichkeit, einen Schenkel auf 88 cm und einen auf 95 cm zu planen — ohne dass das optisch störend wirkt, wenn es konzeptionell eingebaut wird. Ein Niveauunterschied als Designelement, nicht als Kompromisslösung.
Lösung 3: Höhenverstellbare Segmente
Elektrisch höhenverstellbare Unterschranksegmente und Arbeitsplatten-Sektionen sind heute technisch ausgereifte Lösungen. Sie eignen sich besonders für barrierefreie Küchen oder wenn absehbar ist, dass sich die Nutzungssituation verändert — etwa durch Alter, Einschränkungen oder wenn Kinder älter werden und mitkochen möchten.
Diesen Aspekt besprechen wir im Rahmen unserer Beratung zur Arbeitshöhe in der Küche — denn Küchen, die langfristig geplant sind, sparen mittelfristig Aufwand und Kosten.
Barrierefreie Küchen: Wenn Zugänglichkeit die Arbeitshöhe bestimmt
Barrierefreie Küchenplanung ist kein Nischenthema — sie wird im Jahr 2026 von immer mehr Bauherren und Renovierungskunden nachgefragt. Der Gedanke dahinter ist klug: Eine Küche, die heute für jeden zugänglich ist, bleibt auch morgen nutzbar.
Die DIN 18040-2 gibt für unterfahrbare Arbeitsflächen eine Höhe von 75–80 cm vor. Darunter muss ausreichend Beinfreiheit eingeplant werden — mindestens 67 cm Höhe und 30 cm Tiefe. Das bedeutet: offene Unterschrankbereiche statt normaler Korpusse an diesen Stellen.
Zusätzlich empfehlen wir in barrierefreien Küchen:
- Einbaukühlschrank auf erhöhtem Sockel (Schublade auf Hüfthöhe statt Kniehöhe)
- Backofen in Hochschrank auf Arbeitshöhe (nicht am Boden)
- Spüle mit flachem Becken und freiliegendem Siphon
- Induktionskochfeld bündig in die Arbeitsfläche integriert
- Schubladen statt Türen für bessere Erreichbarkeit
Lieblingsküchen plant Bäder, Wohnbereiche und Hauswirtschaftsräume mit demselben Anspruch an ergonomische Durchdachheit — barrierefreie Planung ist für uns kein Zusatzthema, sondern Teil unserer Planungsphilosophie.
Typische Planungsfehler bei der Arbeitshöhe — und wie wir sie vermeiden
Nach Jahren in der Küchenplanung kennen wir die Fehler, die sich immer wieder wiederholen. Viele davon ließen sich mit einem einzigen Beratungsgespräch vermeiden.
Fehler 1: Standardhöhe unkritisch übernehmen
Der Klassiker: Kunde sagt „86 cm wie immer“, Küche wird geplant — und drei Monate nach der Montage schmerzt der Rücken. Der Standard war nie auf die individuelle Person abgestimmt. Unsere Planung beginnt immer mit der Ermittlung der tatsächlichen Körpergröße und der daraus resultierenden Wunschhöhe. Das kostet fünf Minuten und spart Jahre Rückenschmerzen.
Fehler 2: Arbeitsplattendicke vergessen
Der Kunde plant mit 90 cm Arbeitshöhe — und bestellt dann eine 6 cm dicke Massivholzplatte statt der geplanten 3-cm-Laminatplatte. Resultat: Die Arbeitshöhe steigt auf 93 cm. Klingt wenig, macht aber einen deutlichen Unterschied. In unserer Angebotsphase — Schritt 5 unserer Beratung — prüfen wir alle Materialentscheidungen auf ihre Auswirkungen auf die finale Höhe.
Fehler 3: Bodenbelag nachträglich verlegen
Küche geplant, Küche montiert — und dann kommen Fliesen unter den Unterschränken: 1 cm erhöhter Boden, 1 cm weniger Platz unterm Sockel, und das Spülmaschinen-Einbaumaß passt nicht mehr. Ein Detail, das wir in der Montagevorbereitung systematisch abfragen. Wer seinen Bodenbelag noch nicht kennt, bekommt von uns eine klare Empfehlung, dieses Thema vor der Küchenplanung zu klären.
Fehler 4: Kochfeld und Arbeitsfläche auf gleicher Höhe planen
Viele Kunden planen Kochfeld und Schneidefläche auf identischer Höhe — weil es ordentlich aussieht. Aus ergonomischer Sicht ist das suboptimal: Das Kochfeld sollte tiefer liegen. Dieser Aspekt fließt bei uns in die Zonenplanung ein, ohne dass der Kunde das explizit ansprechen muss.
Fehler 5: Nur an sich selbst denken
Wer allein plant, vergisst leicht, dass die Küche von mehreren Personen genutzt wird. Unsere drei teuren Fehler beim Küchenkauf zeigen, warum ganzheitliche Bedarfsermittlung der erste Schritt ist — nicht das Aussuchen von Fronten und Griffen.
Welche Arbeitshöhe ist optimal: Die Rolle des Beratungsgesprächs
Die Frage nach der optimalen Arbeitshöhe beantwortet kein Onlinerechner vollständig. Sie braucht ein Gespräch — am besten im Studio, mit einem echten Musteraufbau, an dem Sie verschiedene Höhen anfassen und testen können.
In unseren Studios in Rostock (Am Warnowufer und in der Stadtmitte bei Küchen am Hopfenmarkt) und in Schwerin stehen Musterküchen, an denen Sie genau das tun können: verschiedene Höhen ausprobieren, Ihre natürliche Körperhaltung beobachten, Ihren Arm anlegen. Ergonomie ist keine Theorie — sie ist ein körperliches Erlebnis.
Unsere Planung folgt einem klaren 9-Schritte-Prozess, bei dem die Bedarfsermittlung — inklusive der Körpermaße aller Hauptnutzer — an erster Stelle steht. Erst wenn wir wissen, wer die Küche nutzt, wie und wie intensiv, beginnen wir mit konkreten Planungsvorschlägen. Diesen Ansatz schätzen unsere Kunden — weil er nicht mit dem Katalog beginnt, sondern mit der Lebenssituation.
Übrigens: Wer keine Zeit für einen Studiobesuch hat, kann das erste Beratungsgespräch auch online führen. Wir bieten persönliche Online-Beratungen an — inklusive digitaler Planungstools, mit denen wir gemeinsam Höhen, Grundrisse und Zonenkonzepte entwickeln.
Warum Möbelhäuser bei der Arbeitshöhe oft scheitern
Im Möbelhaus wird die Arbeitshöhe selten individuell besprochen. Sie wählen aus drei oder vier Standardhöhen — und das war’s. Kein Messprozess, keine Berücksichtigung von Bodenbelag oder Arbeitsplattendicke, kein Test am Musteraufbau.
Das ist kein Vorwurf — sondern eine strukturelle Realität. Möbelhäuser sind auf Volumen ausgelegt, nicht auf Individualberatung. Küchenstudios wie Lieblingsküchen sind genau für diese individuelle Planung gebaut.
Küchentrends 2026: Wie verändert sich das Denken über Arbeitshöhe?
Die Küchentrends 2026 zeigen deutlich: Der Einheitsgedanke ist aus der Mode. Küchen werden individueller, personalisierter und ergonomisch durchdachter geplant als je zuvor. Einige Entwicklungen, die wir in der Beratung aktuell beobachten:
- Multi-Level-Küchen: Verschiedene Zonen auf bewusst unterschiedlichen Höhen — als Designelement und Ergonomiemerkmal zugleich.
- Höhenverstellbare Inseln: Elektrisch verstellbare Kücheninseln für maximale Flexibilität im Zwei-Personen-Haushalt.
- Barrierefreies Design als Standard: Nicht mehr als Sonderlösung, sondern als vorausschauende Planung für alle Lebenslagen.
- Dünne Materialien: Keramik, Feinsteinzeug und Sinterglas ermöglichen flache Arbeitsplatten von 6–12 mm — das eröffnet neue Möglichkeiten in der Höhenplanung ohne massive Materialblöcke.
- Kochfeld in tieferer Zone: Die bewusste Tieferlegung des Kochfelds wird zunehmend als Standardoption in die Planung integriert, nicht als Sonderwunsch.
Mehr zur Wahl der richtigen Keramik-Arbeitsplatte — die mit ihrer geringen Materialstärke neue Freiheiten in der Höhenplanung schafft — finden Sie in unserem Ratgeber.
Menschen fragen auch: Häufige Fragen zur optimalen Arbeitshöhe
Welche Arbeitshöhe ist optimal für große Menschen ab 185 cm?
Für Personen ab 185 cm Körpergröße liegt die optimale Arbeitshöhe bei 96–100 cm oder mehr. Das liegt deutlich über dem Standardmaß von 86–90 cm und erfordert in der Regel einen erhöhten Sockel (18–20 cm statt 10–15 cm) oder einen angepassten Korpus. Diese Sonderhöhen sind bei spezialisierten Küchenplanern problemlos realisierbar — im Möbelhaus sind sie oft nicht vorgesehen. Bei Lieblingsküchen planen wir diese Sonderhöhen standardmäßig auf Anfrage.
Wie wirkt sich die Arbeitsplattendicke auf die fertige Arbeitshöhe aus?
Die Arbeitsplattendicke ist ein direkt wirkender Parameter: Eine 60-mm-Holzplatte statt einer 20-mm-Keramikplatte erhöht die Arbeitshöhe um 4 cm. Das ist ergonomisch spürbar. Deshalb legen wir in unserer Planung fest, welches Arbeitsplattenmaterial verwendet wird, bevor die finale Höhe berechnet wird — nicht danach. Materialkombinationen (z. B. Naturstein an der Spüle, Holz an der Hauptfläche) erfordern zonenweise unterschiedliche Berechnungen.
Kann man die Arbeitshöhe nach der Montage noch ändern?
Ja, in gewissem Rahmen. Der Sockel lässt sich in der Regel nachträglich anpassen — Sockelleisten können ausgetauscht oder aufgestockt werden, was eine Höhenänderung von 3–5 cm ermöglicht. Eine vollständige Neuplanung der Korpushöhe ist dagegen nach der Montage praktisch nicht mehr möglich ohne erheblichen Aufwand. Deshalb gilt: Die richtige Arbeitshöhe muss vor der Montage feststehen. Unser 9-Schritte-Prozess stellt sicher, dass genau das passiert.
Gibt es eine Norm für die Küchenarbeitshöhe?
Eine verbindliche gesetzliche Norm für die Küchen-Arbeitshöhe im Wohnbereich gibt es nicht. In der gewerblichen Küche schreibt die Arbeitsstättenrichtlinie ergonomische Mindestanforderungen vor, doch im privaten Wohnbau gilt die individuelle Planung. Die DIN 18040 regelt barrierefreies Bauen und gibt dort spezifische Maße vor (75–80 cm für unterfahrbare Flächen). Im privaten Küchenbereich ist die Ellenbogenformel der anerkannte Planungsstandard bei professionellen Küchenplanern.
FAQ: Optimale Arbeitshöhe in der Küche
Welche Arbeitshöhe ist optimal für eine Person mit 170 cm?
Für eine Körpergröße von 170 cm liegt die optimale Arbeitshöhe in der Küche bei etwa 88–90 cm. Die Ellenbogenhöhe beträgt bei dieser Größe typischerweise rund 100 cm. Zieht man davon 10–12 cm ab, ergibt sich ein Richtwert von 88–90 cm. In der Praxis empfehlen wir immer, diesen Wert an einem Musteraufbau zu testen, da individuelle Proportionen variieren. Schuhsohlendicke und der geplante Bodenbelag können das effektive Maß um 1–2 cm verschieben — das wird in unserer Planung berücksichtigt.
Kann man bei einer Einbauküche verschiedene Arbeitshöhen kombinieren?
Ja, und das ist in modernen Küchenplanungen 2026 sogar ausdrücklich empfohlen. Verschiedene Zonen — Hauptarbeitsfläche, Kochfeld, Spüle, Kücheninsel — können bewusst auf unterschiedliche Höhen geplant werden, um ergonomische und ästhetische Ziele zu verbinden. Besonders bei Haushalten mit Personen unterschiedlicher Körpergröße bietet eine gestufte Planung echten Mehrwert. Unsere Planer integrieren Höhenvariationen so, dass sie wie ein Designmerkmal wirken — nicht wie ein Kompromiss.
Was kostet eine Küche mit individuell angepasster Arbeitshöhe mehr?
Eine individuell angepasste Arbeitshöhe ist in der professionellen Küchenplanung kein teurer Aufpreis — sie ist Teil der sorgfältigen Planung. Die Anpassung über Sockelhöhe und Materialwahl verursacht in der Regel keine oder nur geringe Mehrkosten gegenüber Standardlösungen. Nur bei sehr extremen Abweichungen (z. B. Sondermaß-Korpusse über 75 cm) können minimale Aufpreise entstehen. In keinem Fall rechtfertigt das, auf die Anpassung zu verzichten — ein ergonomisch falscher Küchenaufbau kostet langfristig Gesundheit und Lebensqualität.
Wie planen wir eine Küche wenn Körpergröße und Rollstuhlnutzung kombiniert werden müssen?
Küchen, die sowohl für stehende als auch für rollstuhlnutzende Personen geeignet sein sollen, erfordern ein durchdachtes Zonenkonzept. Unterfahrbare Bereiche liegen bei 75–80 cm Höhe mit mindestens 67 cm Freiraum darunter. Stehende Nutzer können separate, höhere Arbeitsbereiche erhalten oder der gemeinsame Bereich wird elektrisch höhenverstellbar geplant. Diese barrierefreien Planungen sind ein regulärer Teil unseres Leistungsangebots und werden im Rahmen unserer persönlichen Beratung individuell entwickelt — immer unter Berücksichtigung der DIN 18040-2.
Welche Rolle spielt die Arbeitshöhe bei der Ausstattungswahl?
Die Arbeitshöhe beeinflusst direkt, welche Ausstattungslösungen sinnvoll sind. Ein Einbaukühlschrank auf einem erhöhten Sockel (z. B. bei größeren Personen) muss mit dem Gesamthöhenkonzept abgestimmt sein. Ein Dampfgarer im Hochschrank auf Augenhöhe, ein Backofen auf griffgünstiger Höhe, ein Kochfeld auf tiefer gelegter Zone — all das hängt zusammen. In unserer Planung wird die Ausstattung nie isoliert entschieden, sondern immer als Teil des ergonomischen Gesamtkonzepts. Mehr dazu in unserem Artikel zur Geschirrspülerausstattung mit Schubladen und Körben.
Ihre Küche. Ihre Höhe. Ihre Ergonomie.
Unsere Planerinnen und Planer in Rostock und Schwerin ermitteln Ihre optimale Arbeitshöhe persönlich — im Studio oder online. Mit eigenem Montageteam, 5 Jahren Gerätegarantie und einem Prozess, der Sie von der ersten Idee bis zur Abnahme begleitet.



