Welche Standardmaße muss ich beachten? Der vollständige Guide zur Küchenplanung 2026
Welche Standardmaße muss ich beachten? Die wichtigsten Küchen-Standardmaße sind: Unterschrankhöhe 72 cm (Gesamthöhe mit Arbeitsplatte 85–90 cm), Unterschranktiefe 60 cm, Oberschrankabstand zur Arbeitsplatte 50–60 cm sowie eine Mindestbewegungsfläche von 120 cm vor den Fronten. Diese Normmaße sind nicht willkürlich – sie basieren auf jahrzehntelanger ergonomischer Forschung und europäischen DIN-Normen, die sicherstellen, dass Ihre Küche dauerhaft komfortabel und funktional bleibt.
In unserer täglichen Beratung bei Lieblingsküchen erleben wir immer wieder, dass Kunden mit dem besten Willen messen – aber entscheidende Details übersehen: den Schräganschnitt durch einen Dachbalken, die Steckdose im falschen Bereich oder die Tür, die nach innen öffnet und ein ganzes Schranksystem blockiert. Dieser Artikel gibt Ihnen das vollständige Fachwissen an die Hand, damit Sie informiert und selbstbewusst in jede Planung gehen.
Warum Standardmaße in der Küchenplanung so entscheidend sind
Küchenmöbel und Einbaugeräte folgen europäischen Normmaßen – und das hat einen guten Grund. Wenn Schränke, Geräte und Arbeitsplatten denselben Maßstandards entsprechen, können Hersteller Komponenten kombinieren, Planer flexibel reagieren und Montageteams präzise arbeiten. Abweichungen von diesen Normen erzeugen Probleme, die beim Kauf kaum sichtbar sind – aber bei der Montage teuer werden.
Wer die Standardmaße nicht kennt, riskiert Folgendes: Ein Einbaukühlschrank passt nicht in die geplante Nische. Die Arbeitsplatte liegt zu tief und erzeugt nach Jahren Rückenschmerzen. Der Abstand zwischen zwei Küchenzeilen ist so gering, dass zwei Personen nicht gleichzeitig arbeiten können. Diese Fehler lassen sich vermeiden – mit dem richtigen Wissen im Vorfeld.
Welche Standardmaße muss ich bei Unterschränken beachten?
Unterschränke sind das Rückgrat jeder Einbauküche. Ihre Maße bestimmen, wie hoch die Arbeitsplatte liegt, wie viel Knieplatz unter dem Herd entsteht und ob Einbaugeräte korrekt integriert werden können.
Standardhöhe und Gesamtarbeitshöhe
Der Möbelkorpus eines Unterschranks hat eine standardisierte Höhe von 72 cm. Dazu kommt der Sockel (typisch 15–18 cm Höhe, davon sichtbar ca. 10–15 cm) sowie die Arbeitsplatte (meist 3–4 cm stark). Die resultierende Gesamtarbeitshöhe liegt damit zwischen 85 und 90 cm – ein Bereich, der für Körpergrößen von ca. 165 bis 175 cm als ergonomisch gilt.
Wichtig: Diese 85–90 cm sind kein universell richtiges Maß, sondern ein Ausgangspunkt. In unserer Beratung empfehlen wir immer eine körpergrößenabhängige Anpassung. Weitere Details dazu finden Sie in unserem ausführlichen Artikel zur Arbeitshöhe in der Küche.
Standardtiefe von Unterschränken
Die Standardtiefe eines Unterschrankkorpus beträgt 56–58 cm (innen), was mit Fronten und Türen auf eine Außentiefe von 60 cm führt. Dieses Maß ist so gewählt, dass Einbaugeräte wie Geschirrspüler oder Kühlschränke bündig mit der Front abschließen.
Abweichungen gibt es in Sonderfällen: Für schmale Küchen oder Hauswirtschaftsräume sind 45 cm tiefe Unterschränke verfügbar. Diese fassen zwar kleinere Geräte, eignen sich aber für viele Einbaugeräte nicht mehr ohne Modifikation.
Standardbreiten von Unterschränken
Schrankbreiten folgen einem 10-cm-Raster: 30, 40, 45, 50, 60, 80, 90, 100 und 120 cm. Schubladen-Unterschränke beginnen oft bei 40 cm Breite, Eckschränke kommen als Karussell- oder Magic-Corner-Lösung in 80 oder 90 cm. Dieses Rastersystem erlaubt es, Küchenzeilen mit millimetergenauer Planung zu füllen – vorausgesetzt, die Wandmaße passen.
Welche Standardmaße muss ich bei Oberschränken und Hochschränken beachten?
Oberschränke sind für den Stauraum verantwortlich, der auf Augenhöhe und darüber erreichbar ist. Ihre Positionierung beeinflusst nicht nur die Ergonomie, sondern auch die visuelle Wirkung der Küche erheblich.
Höhe und Tiefe von Oberschränken
Standard-Oberschränke sind 35 cm tief – das entspricht dem Platz, der benötigt wird, damit beim Arbeiten an der Unterschrankarbeitsplatte kein Kopfstoßen entsteht. Schmalere 30-cm-Varianten gibt es für spezielle Zonen über dem Kochfeld oder für Dekorationsregale.
Die Standardhöhe liegt bei 60, 72 oder 90 cm. Welche Höhe sinnvoll ist, hängt von der Raumhöhe und dem gewünschten Stauraumvolumen ab. In Räumen mit 2,60 m Deckenhöhe lassen sich mit 90-cm-Oberschränken und einem Aufsatzschrank fast lückenlos alle Wandflächen nutzen.
Abstand Arbeitsplatte zu Oberschrank
Der Mindestabstand zwischen Arbeitsplattenoberkante und Oberschrankunterkante beträgt 50 cm. Empfohlen werden 55–65 cm – das schafft genug Raum für das Arbeiten und für Küchengeräte wie Wasserkocher oder Toaster, die auf der Arbeitsplatte stehen. Über dem Kochfeld schreibt die DIN-Norm sogar einen Mindestabstand von 65 cm zur Haubenunterkante vor, bei Gasherden gelten teils höhere Anforderungen.
Hochschränke: Maße und Funktion
Hochschränke reichen vom Boden bis fast unter die Decke. Standardhöhen sind 190, 210 oder 230 cm. Die Tiefe beträgt wie bei Unterschränken 60 cm, wenn Geräte wie Kühlschrank oder Backofen integriert werden sollen. Reine Stauraumhochschränke (ohne Geräte) sind auch in 35 cm Tiefe erhältlich. Die Breite folgt dem 10-cm-Raster: 45, 60 oder 90 cm sind am häufigsten.
Ergonomische Standardmaße: Arbeitshöhe und Bewegungsfläche
Ergonomie ist kein Luxus – sie ist die Grundlage dafür, dass Sie in Ihrer Küche täglich beschwerdefrei arbeiten können. Die richtigen Maße verhindern Rückenschmerzen, Schulterprobleme und unnötige Ermüdung.
Die optimale Arbeitshöhe nach Körpergröße
Die Faustregel für die optimale Arbeitshöhe lautet: Ellenbogenhöhe minus 10 bis 15 cm. Das bedeutet konkret:
| Körpergröße | Ellenbogenhöhe (ca.) | Empfohlene Arbeitshöhe | Geeignete Korpuslösung |
|---|---|---|---|
| 155 cm | ca. 92 cm | 80–82 cm | Niedrigerer Sockel oder dünnere Arbeitsplatte |
| 165 cm | ca. 98 cm | 85–88 cm | Standard-Sockel 15 cm, 3 cm Arbeitsplatte |
| 175 cm | ca. 104 cm | 90–92 cm | Standard, ggf. erhöhter Sockel |
| 185 cm | ca. 111 cm | 95–100 cm | Erhöhter Sockel oder 80 cm Korpus |
| 195 cm+ | ca. 117 cm+ | 102–108 cm | Individuallösung, erhöhter Sockel oder Sondermöbel |
In Küchen, die von Personen unterschiedlicher Körpergröße genutzt werden – zum Beispiel in Familien oder Wohngemeinschaften – empfehlen wir Arbeitsbereiche in verschiedenen Höhen. Das ist planerisch kein Hexenwerk, aber es muss frühzeitig in den Entwurf einfließen. Unseren detaillierten Ratgeber dazu finden Sie hier: Die richtige Arbeitshöhe in der Küche.
Bewegungsflächen: So viel Platz brauchen Sie wirklich
Die Mindest-Bewegungsfläche vor Unterschränken, geöffneten Schubladen und Backöfen beträgt laut DIN 18040 (Barrierefreiheit) und allgemeinen Planungsnormen 120 cm. Für zwei Personen, die gleichzeitig arbeiten, empfehlen wir mindestens 140 cm.
Bei parallelen Küchenzeilen – also einer Küche, bei der auf beiden Seiten Schränke stehen – sollte der Durchgang mindestens 100 cm, besser 120 cm betragen. Weniger als 90 cm Durchgang sind bei zwei Personen unpraktisch und erschweren auch den Zugang für Montageteams bei einem späteren Austausch von Geräten.
Kochinseln erfordern einen Umlaufabstand von mindestens 90 cm, besser 100–110 cm auf allen Seiten. Nur so lassen sich Schubladenauszüge, Ofentüren und Kühlschranktüren problemlos öffnen.
Standardmaße für Einbaugeräte: Was Sie kennen müssen
Einbaugeräte folgen europäischen Norm-Einbaumaßen. Diese Maße müssen beim Möbelkorpus exakt eingehalten werden – eine Abweichung von wenigen Millimetern kann dazu führen, dass ein Gerät nicht bündig eingebaut werden kann oder die Montage aufwendige Nacharbeiten erfordert.
Einbaukühlschrank und Gefriergerät
Standard-Einbaukühlschränke haben eine Einbaubreite von 56 cm (Außenmaß des Geräts) und passen in eine 60 cm breite Nische. Die Einbauhöhe beträgt standardmäßig 82 cm (unterbaubar) oder 122 cm (vollintegriert in Hochschrank). Kühl-Gefrier-Kombinationen benötigen eine Einbauhöhe von 177–178 cm.
Wichtig: Einbaukühlschränke brauchen eine Belüftungsöffnung – oben, unten oder hinten, je nach Gerätetyp. Diese Anforderung muss im Möbelbau berücksichtigt werden, sonst überhitzt das Gerät und verliert an Effizienz.
Geschirrspüler
Standard-Geschirrspüler haben eine Einbauhöhe von 82 cm und eine Breite von 60 cm. Schmalgeräte für kleine Küchen kommen in 45 cm Breite mit entsprechend weniger Kapazität. Vollintegrierte Modelle (die Tür ist mit der Küchentür verkleidet) benötigen etwas mehr Einbautiefe – meist 55–57 cm plus Fronttiefe.
Backofen und Dampfgarer
Backöfen in Standard-Größe haben eine Einbauhöhe von 60 cm und eine Einbaubreite von 56 cm bei 60 cm Schrankbreite. Kompakte Modelle (z. B. für kombinierte Backofen-Mikrowelle-Einheiten) kommen in 45 cm Höhe. Dampfgarer und Wärmelade-Schubladen ebenfalls. Backofenblende und Griff schließen bündig mit den übrigen Frontmaßen ab.
Kochfeld
Induktionskochfelder, Glaskeramik-Kochfelder und Gaskochfelder werden in 60 cm Breite (4 Kochzonen) oder 75–90 cm Breite (Mehrzonen/Flex) angeboten. Die Ausschnittsmaße für die Arbeitsplatte sind gerätespezifisch und werden in der Montageanleitung exakt angegeben. Wir empfehlen, die Arbeitsplatte erst nach dem Geräteentscheid zu bestellen – Ausschnitte nachträglich zu erweitern ist aufwendig.
Dunstabzug und Ablufthaube
Wand- und Inselhauben folgen keinem so strikten Einbauraster wie Schränke, orientieren sich aber an der Kochfeldbreite: Eine 60-cm-Haube über einem 60-cm-Kochfeld ist Minimum, empfohlen wird eine 10–15 cm breitere Haube als das Kochfeld, also 75–90 cm. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber zur Ablufthaube und worauf Sie achten müssen.
Standardmaße für die Arbeitsplatte
Die Arbeitsplatte ist die meistgenutzte Fläche in jeder Küche – sie verbindet Schränke, trägt Geräte und muss dabei dauerhaft robust bleiben. Ihre Maße sind so genormt, dass sie mit Standard-Unterschränken harmonieren.
Dicke und Tiefe der Arbeitsplatte
Die Standardtiefe einer Küchen-Arbeitsplatte beträgt 60 cm, passend zur Unterschranktiefe. Der übliche Überstand zur Raumseite hin beträgt 2–4 cm, zur Wand hin schließt sie bündig oder mit einer Wandfliese ab. Die Standardstärke liegt bei 28–38 mm für Holzwerkstoffe und Keramik-Arbeitsplatten. Massivholz kann dicker ausfallen (40–50 mm), während ultrakompakte Materialien wie Feinsteinzeug und Sinterglas auch in 12–20 mm verfügbar sind.
Bei der Materialwahl spielt die Dicke eine Rolle: Dünnere Materialien brauchen eine durchgehende Unterkonstruktion, dickere Materialien wie Naturstein sind schwerer und belasten die Schrankkonstruktion stärker. Unsere Beratung zu Arbeitsplattenmaterialien, Unterschieden und Eigenschaften hilft Ihnen bei der Entscheidung.
Pflegeleichtigkeit und Belastbarkeit
Keramik-Arbeitsplatten (Feinsteinzeug, Dekton, Neolith) sind hitzefest, kratzfest und fugenlos – Eigenschaften, die gerade in stark beanspruchten Küchen wichtig sind. HPL-Platten sind pflegeleicht und kostengünstig, aber weniger hitzeresistent. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber zur Keramik-Arbeitsplatte.
Welche Standardmaße gelten für Steckdosen, Anschlüsse und Elektroinstallation?
Elektroinstallation ist nicht glamourös – aber wer dieses Thema in der Planung unterschätzt, zahlt doppelt. Anschlüsse, die nicht am richtigen Ort sitzen, müssen verlegt werden, und das bedeutet Wand öffnen, Elektriker beauftragen, Wand schließen und neu fliesen.
Steckdosen in der Küchenplanung
Die Norm schreibt vor, dass Steckdosen im Spritzwasserbereich (innerhalb 60 cm Horizontalabstand von der Spüle und 120 cm Vertikaldistanz) mit einem IP44-Schutz ausgestattet sein müssen. Steckdosen über der Arbeitsplatte werden sinnvollerweise auf einer Höhe von 110–120 cm ab Boden installiert – das entspricht ca. 20–30 cm über der Standard-Arbeitshöhe.
Für Kochfeld und Backofen ist in der Regel ein Starkstromanschluss (230 V / 16 A oder 400 V / 16 A) erforderlich. Wo dieser liegt, muss beim Schaltplanerstellen mit dem Elektriker abgestimmt werden – idealerweise vor dem Möbelkauf, nicht danach.
Wasser und Abwasser: Anschlussmaße
Der Wasserzulauf für die Spüle sollte idealtypisch zwischen 40 und 60 cm ab Boden aus der Wand kommen – zu tief sitzende Anschlüsse können unter Umständen nicht hinter den Unterschrank passen. Der Abwasseranschluss (Siphon) benötigt ausreichend Platz unter dem Spülenschrank: Hier sollten mindestens 25 cm Tiefe im Inneren des Schranks frei bleiben.
Dunstabzug: Abluft oder Umluft?
Wenn Sie auf Abluftbetrieb setzen, muss das Rohr durch Wand oder Decke nach außen geführt werden. Standard-Abluftkanäle haben einen Durchmesser von 125 oder 150 mm (rund) bzw. entsprechende Flachkanal-Äquivalente. Dieses Maß bestimmt die Größe der Wanddurchführung und muss im Vorfeld mit dem Schreiner oder dem Montageteam abgestimmt werden.
Schrittweise Planung: So messen Sie Ihren Küchenraum richtig
Ihre Checkliste: Küchenraum richtig ausmessen
- Raumgrundriss skizzieren – alle vier Wände mit Längenangaben, Fenster und Türen einzeichnen
- Raumhöhe messen – an mehreren Punkten, da ältere Gebäude oft keine perfekt waagerechte Decke haben
- Fenster und Türen einmessen – Breite, Höhe, Abstand zu Ecken und Abstand zum Boden
- Heizkörper und Rohre dokumentieren – Lage, Höhe, Tiefe
- Anschlüsse lokalisieren – Wasser, Abwasser, Strom (Steckdosen + Starkstrom), Abluftöffnung
- Unregelmäßigkeiten notieren – Dachschrägen, Stützen, Nischen, Wandvorsprünge
- Fotos machen – alle vier Wände, alle Ecken, alle Anschlüsse
- Maßblatt vorbereiten – alles übersichtlich auf einem A4-Blatt oder digital für den Beratungstermin
Unsere Kunden fragen uns häufig, ob sie wirklich alle diese Maße selbst nehmen müssen. Die Antwort: Ein gutes Grundmaß ist hilfreich für ein erstes Gespräch. Für die finale Planung führt unser Team bei Lieblingsküchen eine eigene Aufmaß-Begehung durch – damit stellen wir sicher, dass kein Detail vergessen wird und die Montage reibungslos abläuft.
Welche Standardmaße muss ich bei Küchenformen beachten?
Je nach Küchenform ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an Mindestmaße und Bewegungsflächen. Diese Formen sind die häufigsten in der Praxis:
Einzeilige Küche (Pantry-Küche)
Alle Möbel befinden sich an einer Wand. Mindestlänge für eine vollständig funktionale einzeilige Küche: 2,40 m. Darunter wird es sehr schwierig, Spüle, Kochfeld und ausreichend Vorbereitung auf einer Fläche unterzubringen. Für Studios, kleine Wohnungen und Zweitraum-Küchen eine pragmatische Lösung. Unser Artikel zu ausgefallenen kleinen Küchen zeigt, was möglich ist.
L-Küche
Schränke an zwei benachbarten Wänden, gewinkelter Grundriss. Mindestlänge je Schenkel: 1,80 m. Der Eckbereich wird entweder als Eckschrankkarussell, als Lemans-Beschlag oder als offene Nische genutzt. L-Küchen passen in Räume ab ca. 2,80 m × 2,80 m.
U-Küche
Schränke an drei Wänden. Mindestbreite des Durchgangs im offenen U: 120 cm. Bei weniger als 120 cm Abstand zwischen den gegenüberliegenden Zeilen ist die Küche im Alltag unpraktisch. Mindest-Raumgröße für eine U-Küche: ca. 2,80 m × 3,50 m.
Parallelküche (Galley-Küche)
Zwei gegenüberliegende Zeilen. Mindestabstand zwischen den Fronten: 100 cm, empfohlen 120 cm. Diese Küchenform ist sehr arbeitseffizient – alle Bereiche sind in wenigen Schritten erreichbar. Sie funktioniert gut in lang gestreckten Räumen.
Kücheninsel
Freistehende Insel mit oder ohne Anschlüsse. Mindestmaß Insel: 90 × 60 cm (nur Arbeitsfläche), mit Spüle oder Kochfeld mindestens 120 × 80 cm. Umlaufabstand zur Wand oder zu Schränken: mindestens 90 cm, bei häufiger Zwei-Personen-Nutzung 110–120 cm.
Häufige Fehler bei der Planung mit Standardmaßen – und wie wir sie verhindern
Nach vielen Jahren Beratungserfahrung bei Lieblingsküchen kennen wir die wiederkehrenden Planungsfehler, die sich durch konsequente Maßnahmen vermeiden lassen.
Fehler 1: Nur eine Wandseite messen
Viele Kunden messen eine Wand und gehen davon aus, dass die gegenüberliegende gleich lang ist. In der Praxis sind Räume selten perfekt rechteckig – besonders in Altbauten. Abweichungen von 3–5 cm sind häufig. Diese müssen in der Planung berücksichtigt werden, sonst entstehen ungewollte Lücken oder Schränke passen nicht an die Wand.
Fehler 2: Deckenabhängungen und Unterzüge ignorieren
Betonunterzüge, Dachbalken oder Lüftungskanäle, die tiefer hängen als die restliche Decke, sind häufige Stolperfallen. Wenn ein Hochschrank mit 230 cm Höhe geplant wird, aber ein Unterzug bei 215 cm liegt, entsteht ein Problem. Wir erfassen solche Details immer beim Aufmaß.
Fehler 3: Türöffnungen nicht in die Planung einbeziehen
Eine Tür, die nach innen in die Küche öffnet, braucht einen Schwenkraum. Dieser Schwenkraum darf nicht von einem Schrank oder einer Insel blockiert werden. Wir zeichnen alle Türbewegungsradien in die 3D-Planung ein – so werden Konflikte sichtbar, bevor auch nur ein Möbel bestellt wird.
Fehler 4: Stauraum unterschätzen
„Es wird schon genug Stauraum geben“ – dieser Irrtum führt nach dem Einzug häufig zu Frustration. Wir analysieren in der Beratung systematisch, welche Küchenutensilien, Vorräte und Geräte verstaut werden sollen, und planen den Stauraum dann zielgerichtet. Hochschränke, Schubladen mit Teleskopschienenauszug und Ecksystemlösungen machen den Unterschied.
Fehler 5: Anschlussposition nicht überprüfen
Wer die Spüle gerne ans Fenster stellen möchte, aber der Wasseranschluss liegt an der anderen Wand, steht vor einer kostspieligen Verlegung. Das ist möglich, aber es muss eingeplant werden – inklusive Elektriker und Installateur im richtigen Zeitfenster. Deshalb fragen wir in der ersten Beratung immer nach den aktuellen Anschlusspositionen.
People Also Ask: Häufige Fragen zu Küchen-Standardmaßen
Wie tief müssen Küchenschränke mindestens sein?
Unterschränke sollten mindestens 56 cm Innen- und 60 cm Außentiefe haben, damit Standard-Einbaugeräte korrekt integriert werden können. Oberschränke können schlanker sein – 30 cm Tiefe reicht für die meisten Stauraumanwendungen. Nur wenn Sie größere Küchengeräte in Oberschränken verstauen möchten, sind bis zu 40 cm Tiefe sinnvoll.
Welche Normen gelten für barrierefreie Küchen?
Die DIN 18040-2 definiert Standards für barrierefreie Wohngebäude und damit auch für Küchen. Unterfahrbare Arbeitsflächen sollten eine Mindesthöhe von 67 cm und eine Tiefe von 30 cm unter dem Möbel aufweisen. Bewegungsflächen vor Geräten und Schränken müssen mindestens 150 cm × 150 cm betragen. Wir planen auf Wunsch vollständig barrierefreie oder seniorengerechte Küchen – sprechen Sie uns darauf an.
Kann ich die Standardhöhe von Unterschränken anpassen?
Ja, die Gesamthöhe lässt sich über verschiedene Stellschrauben anpassen: Sockel in unterschiedlichen Höhen (10–18 cm), Arbeitsplatten in verschiedenen Stärken (12–50 mm) und in Sonderfällen auch Möbelkorpusse in Sonderhöhe. Die effizienteste und günstigste Methode ist die Sockelhöhe – sie verändert die Gesamthöhe ohne Eingriff in den Korpus. Wir empfehlen immer, diese Anpassung von Anfang an zu planen, nicht als nachträgliche Korrektur.
Was passiert, wenn mein Raum nicht zu den Standardmaßen passt?
Kein Raum ist perfekt – und das ist kein Problem. Füllleisten, Seitenabschlüsse, Sonderbreiten und maßgefertigte Einzelmöbel schließen Lücken, überbrücken Unregelmäßigkeiten und passen die Küche exakt an den Raum an. Ein häufiger Irrtum ist: „Standardmaße passen immer.“ Das stimmt nicht – aber professionelle Planung macht jede Küche maßgerecht. Genau dafür sind wir da.
FAQ: Ihre häufigsten Fragen zu Küchen-Standardmaßen
Welche Standardmaße haben Unterschränke?
Unterschränke haben eine Standardkorpushöhe von 72 cm und eine Tiefe von 60 cm. Die Breite folgt einem 10-cm-Raster, das bei 30 cm beginnt und bis 120 cm reicht. Zusammen mit Sockel (ca. 15 cm) und Arbeitsplatte (3–4 cm) ergibt sich eine Gesamtarbeitshöhe von 85–90 cm. Diese Maße sind europaweit genormt, damit Möbel und Geräte verschiedener Hersteller problemlos kombiniert werden können. Bei besonderen ergonomischen Anforderungen – etwa für sehr große oder kleine Personen – lassen sich Sockel und Arbeitsplatte individuell anpassen.
Wie hoch sollten Oberschränke hängen?
Der Abstand zwischen der Arbeitsplattenoberkante und der Unterkante des Oberschranks sollte mindestens 50 cm betragen, besser 55–65 cm. Über dem Kochfeld ist aus Sicherheitsgründen ein Mindestabstand von 65 cm zur Unterkante des Dunstabzugs einzuhalten. Oberschränke haben eine Standardtiefe von 35 cm – so viel, dass sie beim Arbeiten nicht stören, aber dennoch ausreichend Stauraum bieten. Raumhöhe und gewünschtes Stauraumvolumen bestimmen, welche Oberschrankhöhe (60, 72 oder 90 cm) die richtige ist.
Wie viel Platz brauche ich vor der Küche?
Vor Küchenfronten, Schubladenzeilen und Geräten wie Backofen oder Geschirrspüler sollten mindestens 120 cm freie Bewegungsfläche vorhanden sein. Wenn zwei Personen gleichzeitig in der Küche arbeiten, empfehlen wir 140 cm. Bei parallelen Küchenzeilen ist ein Mindestdurchgang von 100 cm erforderlich, besser 120 cm. Weniger Platz schränkt nicht nur den Komfort ein, sondern erschwert auch den Austausch von Geräten bei späteren Renovierungen erheblich.
Welche Einbaumaße haben Standard-Einbaugeräte?
Einbaukühlschränke und Geschirrspüler haben eine Standardhöhe von 82 cm und eine Breite von 60 cm. Backöfen kommen in 60 cm (Standard) oder 45 cm (kompakt) Einbauhöhe. Dampfgarer, Mikrowellen und Wärmelade-Schubladen haben ebenfalls eine Standardeinbauhöhe von 45 cm. Kochfelder werden in 60 cm (4 Zonen) oder 75–90 cm (Mehrzonen) angeboten. Die Nischenmaße im Möbelkorpus müssen exakt zu diesen Geräten passen – auch geringe Abweichungen können zu Montageproblemen führen.
Was kostet eine maßgefertigte Küchenplanung im Vergleich zu Standardküchen?
Eine maßgefertigte Planung durch ein Küchenstudio kostet nicht zwingend mehr als eine Standardküche aus dem Möbelhaus – wenn man das Gesamtpaket betrachtet. Denn im Preis inbegriffen sind professionelle 3D-Planung, Aufmaß, persönliche Beratung, Montage durch eigene Teams und Gewährleistung. Günstige Angebote ohne diese Leistungen erzeugen häufig Folgekosten durch Planungsfehler, falsch bestellte Teile oder Montagemängel. Wir empfehlen, immer das Gesamtpaket zu vergleichen – nicht nur den Möbelpreis. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel zu den 3 teuren Fehlern beim Küchenkauf.
Ihre Küche verdient mehr als Standardlösungen
Wir bei Lieblingsküchen begleiten Sie von der ersten Idee bis zur Abnahme – mit eigenen Montageteams, persönlicher Beratung in Rostock und Schwerin sowie 5 Jahren Gerätegarantie. Maßgenau. Zuverlässig. Für Sie.



