Küche Höhe Oberschränke: Maße, Ergonomie und Planung im Überblick

Die richtige Höhe der Oberschränke in der Küche ist eine der am häufigsten unterschätzten Planungsentscheidungen — und gleichzeitig eine der folgenreichsten. Die Höhe der Küche Oberschränke bestimmt, wie bequem Sie täglich arbeiten, wie viel Stauraum Ihre Küche bietet und wie der gesamte Raum optisch wirkt. Die Standardhöhe liegt zwischen 60 und 90 cm, der Abstand zur Arbeitsplatte beträgt idealerweise 50–60 cm — doch was wirklich passt, hängt von Ihrer Körpergröße, der Deckenhöhe und Ihrer persönlichen Nutzung ab.

Kurzübersicht: Oberschränke in der Küche haben Standardhöhen von 40, 60, 72 oder 90 cm. Die Unterkante sollte 50–60 cm über der Arbeitsplattenoberkante liegen. Für eine ergonomisch und optisch optimale Planung empfehlen wir eine individuelle Beratung, die Körpergröße, Deckenhöhe und Stauraumbedarf zusammen berücksichtigt.

Warum die Höhe der Oberschränke so entscheidend ist

In unserer täglichen Beratung im Studio erleben wir immer wieder, dass Kunden die Oberschrankplanung als Nebensache betrachten — bis sie in ihrer fertigen Küche feststellen, dass das oberste Fach unerreichbar ist oder der Dunstabzug zu nah an der Kochfläche hängt. Dabei ist die Höhe der Oberschränke eine der wenigen Entscheidungen, die sich nach der Montage kaum korrigieren lässt, ohne erheblichen Aufwand zu betreiben.

Oberschränke erfüllen zwei Funktionen gleichzeitig: Sie schaffen Stauraumvolumen und sie definieren die vertikale Proportion des gesamten Küchenraums. Eine falsch geplante Oberschrankhöhe führt nicht nur zu ergonomischen Problemen, sondern kann den Raum optisch erdrücken oder verschenken.

Die Planung der Oberschrankhöhe ist damit eng verknüpft mit der richtigen Arbeitshöhe der Küche insgesamt — beide Maße bilden ein zusammenhängendes ergonomisches System.

Kurzantwort: Die Höhe der Oberschränke beeinflusst Ergonomie, Stauraum und Raumwirkung gleichzeitig. Falsch geplante Oberschränke sind nach der Montage kaum korrigierbar. Eine professionelle Planung, die Körpergröße, Deckenhöhe und Nutzungsgewohnheiten berücksichtigt, ist daher unverzichtbar.

Standardmaße: Welche Höhen für Oberschränke gibt es?

Im deutschen Küchenmarkt haben sich vier Standardhöhen für Oberschränke etabliert. Diese Maße sind nicht willkürlich — sie basieren auf jahrzehntelanger Erfahrung mit Ergonomie, Fertigungsstandards und den typischen Deckenhöhen im deutschen Wohnungsbau.

Oberschrankhöhe Typischer Einsatz Besonderheit
40 cm Kleine Küchen, über Fenstern, optisch leichte Variante Weniger Stauraum, luftigere Wirkung
60 cm Standardküchen mit 2,30–2,50 m Deckenhöhe Guter Kompromiss aus Stauraum und Ergonomie
72 cm Häufigste Variante, Deckenhöhe ab 2,50 m Maximaler Stauraum ohne Hochschrank-Optik
90 cm Raumhohe Konzepte, Deckenhöhe ab 2,70 m Maximaler Stauraum, oberstes Fach nur mit Tritthilfe erreichbar
Aufsatzschrank (15–25 cm) Ergänzung zu 60 oder 72 cm Oberschränken bis zur Decke Schließt Lücke zur Decke, ideal für seltene Gegenstände

Wichtig: Diese Maße beziehen sich auf die Innenhöhe des Korpus — die Außenhöhe kann je nach Materialstärke des Bodens und der Deckelplatte (meist 16–19 mm je Seite) leicht abweichen. Bei der Angebotsprüfung lohnt sich ein genauer Blick auf diese Details.

Kurzantwort: Standardhöhen für Oberschränke sind 40, 60, 72 und 90 cm. Die häufigste Variante ist 72 cm, die einen guten Kompromiss aus Stauraum und Erreichbarkeit bietet. Aufsatzschränke schließen den Spalt zur Decke und maximieren das Stauraumvolumen ohne zusätzliche Sondermaße.

Ergonomie: Die richtige Höhe der Oberschränke für Ihre Körpergröße

Das Ziel einer ergonomischen Oberschrankplanung ist simpel: Alle Fächer sollten ohne Verrenkungen, Zehenspitzen-Stand oder Stühle greifbar sein. In der Praxis scheitert dieses Ziel oft an einem einfachen Denkfehler — man plant für die Standardgröße, nicht für den tatsächlichen Nutzer.

Unsere Kunden fragen uns häufig, ab welcher Höhe ein Oberschrankfach als „nicht mehr alltagstauglich“ gilt. Die Antwort: Alles, was mehr als 20–25 cm über Ihrer Augenweite liegt, wird im Alltag selten genutzt und eignet sich nur für seltene Gegenstände. Das ist ein wichtiges Planungsprinzip, das wir in jede Beratung einbeziehen.

Empfohlene Unterkante des Oberschranks nach Körpergröße

Körpergröße Ideale Arbeitshöhe (OK Arbeitsplatte) Empfohlene UK Oberschrank Max. empfohlene OK Oberschrank
155–165 cm 82–85 cm 132–140 cm 195–200 cm
165–175 cm 85–90 cm 140–150 cm 200–210 cm
175–185 cm 90–95 cm 148–158 cm 208–218 cm
ab 185 cm 95–100 cm 155–165 cm 215–225 cm

Diese Werte sind Richtwerte — in der Praxis entscheidet oft die tatsächliche Deckenhöhe, welche Oberschrankhöhe realisierbar ist. Wenn mehrere Personen unterschiedlicher Größe die Küche gemeinsam nutzen, empfehlen wir, auf die kleinere Person zu optimieren und für seltene Zugriffe eine Tritthilfe einzuplanen.

Kurzantwort: Die ideale Unterkante des Oberschranks liegt 50–60 cm über der Arbeitsplattenoberkante. Für Personen zwischen 1,65 und 1,75 m entspricht das einer Unterkante auf 140–150 cm ab Fußboden. Alles über Augenhöhe plus 20 cm ist nur für seltene Gegenstände geeignet.

Abstand zwischen Arbeitsplatte und Oberschrank: Was ist die Regel?

Der Abstand zwischen der Oberkante der Arbeitsplatte und der Unterkante des Oberschranks ist eine der meistdiskutierten Fragen in der Küchenplanung. Die Norm gibt hier eine klare Orientierung: 50–60 cm gelten als ergonomisch sinnvoll und praktisch bewährt.

Dieser Abstand erfüllt mehrere Funktionen gleichzeitig. Er schafft ausreichend Sichtfreiheit auf die Arbeitsfläche, ermöglicht die Aufstellung von Küchengeräten wie einem Toaster oder einer Kaffeemaschine und bietet genug Montageraum für eine Spritzschutzfliese oder eine Glasrückwand.

Welchen Abstand brauche ich bei einer Dunstabzugshaube?

Bei einem Dunstabzug — egal ob Unterputz, Flachschirm oder Teleskopvariante — gelten Mindestabstände, die im Bereich von 65 cm für Elektro- und 75 cm für Gaskochfelder liegen. Diese Angaben basieren auf Herstellervorgaben und Brandschutzanforderungen. In unserer Planung prüfen wir diesen Abstand immer als erstes, bevor wir die übrigen Oberschrankpositionen festlegen — denn die Haube setzt den Rahmen. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber zur richtigen Ablufthaube.

Was passiert, wenn der Abstand zu gering ist?

Ein Abstand unter 45 cm wirkt beengend, erschwert das Arbeiten auf der Fläche und kann die Sicherheitsanforderungen für den Dunstabzug verletzen. Außerdem lassen sich keine gängigen Küchengeräte unter dem Schrank aufstellen. Viele Kunden unterschätzen diesen Aspekt, bis wir ihnen im Studio zeigen, wie eng ein 40-cm-Abstand in der 3D-Visualisierung wirkt.

Kann der Abstand größer als 60 cm sein?

Ja — bei sehr großen Personen oder in Küchen mit großzügiger Deckenhöhe kann der Abstand auf 65–70 cm erhöht werden. Das verbessert die Ergonomie für große Nutzer, reduziert aber die erreichbare Stauraumhöhe des Oberschranks. Es ist eine klassische Abwägung, die wir in der Beratung transparent durchrechnen.

Kurzantwort: Der Standardabstand zwischen Arbeitsplattenoberkante und Oberschrankunterkante beträgt 50–60 cm. Bei Dunstabzugshauben gelten Mindestabstände von 65 cm (Elektro) bzw. 75 cm (Gas). Weniger als 45 cm sollten es nie sein — weder aus Sicherheits- noch aus ergonomischen Gründen.

Deckenhöhe und Oberschränke: So planen Sie je nach Raumhöhe

Die Deckenhöhe ist der entscheidende Faktor, der den Spielraum bei der Oberschrankplanung definiert. In deutschen Altbauwohnungen treffen wir auf Deckenhöhen von 2,80 m und mehr, in modernen Neubauten oft 2,50–2,60 m, in älteren Plattenbauten manchmal nur 2,30–2,40 m. Jede dieser Situationen erfordert eine andere Strategie.

Planung nach Deckenhöhe — unsere Empfehlungen auf einen Blick

  • Unter 2,40 m: 60 cm Oberschränke bündig an die Decke — maximiert Stauraum, kein Spalt
  • 2,40–2,50 m: 60 cm Oberschrank + 15–20 cm Aufsatzschrank oder 72 cm Oberschrank bündig
  • 2,50–2,60 m: 72 cm Oberschrank + optionaler Aufsatzschrank oder offener Bereich oben
  • 2,60–2,80 m: 72 cm Oberschrank + 20–25 cm Aufsatz, oder 90 cm Oberschrank
  • Über 2,80 m: Raumhohe Lösungen mit Hochschränken, Rollladenelement oder Glas-Aufsätzen

Ein häufiger Fehler, den wir in der Beratung beobachten: Kunden planen Oberschränke ohne Aufsatz und lassen einen Spalt von 20–30 cm zur Decke — dieser Bereich wird zur Staubfalle und lässt sich weder nutzen noch reinigen. Entweder schließen wir diesen Spalt mit einem Aufsatz, oder wir planen eine bewusste offene Deckenzone, die Teil des Designkonzepts ist und mit Beleuchtung in Szene gesetzt wird.

Kurzantwort: Die optimale Oberschrankplanung richtet sich nach der Deckenhöhe. Unter 2,40 m empfehlen wir 60 cm Oberschränke bündig an die Decke. Ab 2,50 m bieten sich 72 cm Schränke mit Aufsatz an. Spalte zwischen Schrank und Decke sollten entweder geschlossen oder bewusst gestaltet werden — nie als Kompromiss stehen lassen.

Oberschränke bis zur Decke: Stauraum und Optik maximieren

Raumhohe Oberschränke oder Hochschranklösungen, die bündig an die Decke geführt werden, sind einer der prägendsten Küchentrends 2026. Sie erzeugen eine klare, ruhige Optik ohne störende horizontale Abschlusslinien und maximieren gleichzeitig das Stauraumvolumen erheblich.

In unserer Beratung zeigen wir Kunden regelmäßig, wie viel Stauraumvolumen durch das konsequente Führen von Oberschränken bis zur Decke gewonnen wird: Bei einer Deckenhöhe von 2,60 m und einer Unterkante auf 140 cm ergibt sich eine nutzbare Höhe von 120 cm — das ist fast doppelt so viel wie bei einem Standard-72-cm-Schrank.

Welche Schranklösung eignet sich für raumhohe Konzepte?

Für raumhohe Konzepte empfehlen wir eine Kombination aus klassischen Oberschränken in 72–90 cm Höhe plus Aufsatzschränken in 15–25 cm Höhe. Alternativ bieten sich Hochschränke mit integrierten Auszügen, Drehtüren oder Klappensystemen an, die bequemen Zugriff auch auf untere Fächer garantieren. Wichtig ist, dass raumhohe Türen eine Softclose-Funktion und hochwertige Scharniere haben — billige Scharniere beginnen bei solchen Dimensionen zu hängen.

Wie reinige ich Oberschränke, die bis zur Decke reichen?

Oberschränke bis zur Decke haben gegenüber Schränken mit Spalt sogar einen Reinigungsvorteil: Es gibt keine horizontale Fläche, auf der sich Staub ablagert. Die Fronten lassen sich bequem mit einem feuchten Tuch wischen. Lediglich die Oberkante des obersten Schrankelements — falls ein kleiner technischer Spalt verbleibt — sollte gelegentlich abgewischt werden. Das ist wesentlich pflegeleichter als ein 20-cm-Spalt zur Decke, der nur mit Leiter erreichbar ist.

Kurzantwort: Raumhohe Oberschränke bis zur Decke maximieren den Stauraum, wirken optisch ruhiger und sind pflegeleichter als Schränke mit Spalt. Sie sind 2026 einer der dominierenden Gestaltungstrends. Entscheidend sind hochwertige Scharniere und Klappensysteme, die den größeren Türgewichten gerecht werden.

Häufige Fehler bei der Planung der Küche Höhe Oberschränke

Nach vielen Jahren Erfahrung in der Küchenplanung sehen wir immer wieder dieselben vermeidbaren Fehler. Die gute Nachricht: Wer diese kennt, kann sie im Planungsgespräch gezielt ansprechen und vermeiden.

Die 7 häufigsten Planungsfehler bei Oberschränken

  1. Zu hohe Unterkante — Schränke hängen zu hoch, das erste Fach ist für kleinere Personen nicht erreichbar
  2. Zu geringer Abstand zur Arbeitsplatte — weniger als 45 cm beengen die Arbeitsfläche und verletzen Sicherheitsvorschriften
  3. Spalt zur Decke ignoriert — unschöne, nicht nutzbare Fläche entsteht
  4. Dunstabzugsabstand nicht geprüft — Sicherheitsmindestabstände werden unterschritten
  5. Nur eine Körpergröße geplant — mehrere Nutzer haben unterschiedliche Anforderungen
  6. Gleichmäßige Fachhöhe im Inneren — feste Einlegeböden auf falscher Höhe reduzieren die Nutzbarkeit
  7. Beleuchtung vergessen — Unterbaubeleuchtung an der Oberschrankunterseite ist kein Luxus, sondern Arbeitsschutz

Gerade der letzte Punkt — die Beleuchtung — wird erschreckend häufig in der Planung vergessen und dann im Nachhinein aufwendig nachgerüstet. Eine integrierte LED-Unterbaubeleuchtung an der Oberschrankunterseite gehört für uns zur Grundausstattung jeder hochwertigen Küchenplanung.

Viele dieser Fehler entstehen, wenn Küchen aus dem Katalog oder ohne individuelle Beratung geplant werden. Warum das echte Risiken birgt, zeigen wir ausführlich in unserem Artikel über 3 teure Fehler beim Küchenkauf.

Oberschranktiefe und Inneneinteilung: Was viele vergessen

Neben der Höhe spielt die Tiefe der Oberschränke eine wichtige Rolle. Standard-Oberschränke haben eine Tiefe von 30 oder 35 cm — in modernen Küchen sind auch 38 cm keine Seltenheit. Größere Tiefen bieten mehr Stauraumvolumen, können aber bei niedrigen Decken das Raumgefühl einengen.

Im Inneren des Oberschranks entscheidet die Einteilung über die tatsächliche Nutzbarkeit. Verstellbare Einlegeböden auf Lochreihen (üblicherweise im 32-mm-Raster) sind Standard — hochwertige Schränke bieten mehrere Rasterpunkte für exakte Höhenanpassung. Auszüge innerhalb des Oberschranks, sogenannte Innenauszüge oder Schwenkauszüge, verbessern die Erreichbarkeit von tiefen Fächern erheblich.

Bei der Inneneinteilung empfehlen wir unseren Kunden, tatsächlich die Gegenstände zu inventarisieren, die im Oberschrank verstaut werden sollen. Ein Oberschrank für Gläser braucht andere Einlegebodenhöhen als einer für Konservendosen oder Backzubehör. Diese scheinbar kleinen Details machen den Unterschied zwischen einer Küche, die sich täglich gut anfühlt, und einer, die nur auf dem Papier funktioniert.

Oberschränke in kleinen Küchen: Besonderheiten und Lösungen

Kleine Küchen stellen die Oberschrankplanung vor besondere Herausforderungen. Der Wunsch nach maximalem Stauraum kollidiert mit dem Bedürfnis nach Offenheit und Helligkeit. Wir begleiten regelmäßig Kunden mit kleinen Grundrissen und kennen die bewährtesten Strategien.

In kleinen Küchen empfehlen wir, Oberschränke konsequent bis zur Decke zu führen — auch wenn die Deckenhöhe knapp ist. Der Raumgewinn überwiegt den optischen Nachteil. Gleichzeitig können einzelne Oberschrankelemente durch offene Wandregale oder Glasfronten ersetzt werden, um die Wand optisch zu öffnen. Glasfronten lassen Licht durch und lassen den Raum größer wirken, ohne Stauraum aufzugeben.

Eine weitere Lösung für kleine Küchen: Oberschränke nur auf einer Seite der Küchenzeile planen und die gegenüberliegende Wand freistellen. Das schafft ein Gefühl von Weite, ohne auf notwendigen Stauraum zu verzichten. Mehr Ideen für ausgefallene kleine Küchen finden Sie in unserem Beitrag über ausgefallene kleine Küchen.

Kurzantwort: In kleinen Küchen empfehlen wir Oberschränke konsequent bis zur Decke, kombiniert mit Glasfronten oder offenen Regalen für optische Leichtigkeit. Oberschränke nur auf einer Seite der Küche schaffen Raum ohne Stauraumverlust. Jede kleine Küche braucht eine individuelle Lösung — Standardmaße allein reichen selten aus.

Küche Höhe Oberschränke bei besonderen Situationen

Nicht jede Küche lässt sich nach Standardplan gestalten. Dachschrägen, Nischen, Balkentüren oder unregelmäßige Grundrisse erfordern maßgefertigte Lösungen, die weit über Katalogware hinausgehen.

Wie plane ich Oberschränke bei Dachschrägen?

Dachschrägen sind eine der häufigsten Sonderherausforderungen in unserer Beratung — besonders in Dachgeschosswohnungen in Rostock, Schwerin und anderen Altbaubeständen. Die Lösung ist fast immer ein Maßschrank oder ein in den Winkel angepasster Sonderkorpus, der die Schräge als Designelement einbindet, statt sie zu umgehen. Die Höhe der Oberschränke wird in solchen Fällen nach dem niedrigsten Punkt der Schräge geplant, um eine einheitliche Frontlinie zu erzielen.

Was tun bei Nischen und Einbauten?

Nischen zwischen Wänden oder Deckenbalken lassen sich mit maßgefertigten Oberschränken perfekt nutzen. Dabei werden nicht nur Standardbreiten von 30, 40, 45, 60, 80 oder 100 cm eingesetzt, sondern Füllschränke in präzisen Zwischenmaßen geplant. Ein professionelles Küchenstudio wie Lieblingsküchen plant solche Sonderlösungen mit 3D-Software, sodass Sie das Ergebnis vor der Fertigung exakt sehen können.

Küche mit niedriger Decke unter 2,30 m — was ist möglich?

Bei sehr niedrigen Decken unter 2,30 m empfehlen wir Oberschränke mit maximal 40 cm Höhe, bündig an die Decke geführt. Die Unterkante liegt dann bei rund 185–190 cm, was für die meisten Körpergrößen noch gut erreichbar ist. Alternativ kann auf Oberschränke zugunsten von Hochschränken verzichtet werden, die den Stauraum vollständig in vertikalen Säulen organisieren, ohne die Wand zu belasten.

Wie die Oberschrankhöhe in unsere Beratung einfließt

Bei Lieblingsküchen beginnt die Planung nicht mit Katalogblättern, sondern mit einem ausführlichen Gespräch über Ihre tägliche Nutzung, Ihre Körpergröße, Ihre Haushaltsgröße und Ihre Wünsche. Die Höhe der Oberschränke ist ein integraler Bestandteil unseres 9-stufigen Beratungsprozesses — von der ersten Bedarfsermittlung bis zur Abnahme nach der Montage.

In der Planungsphase im Studio erstellen wir eine maßstabsgetreue 3D-Visualisierung Ihrer Küche, in der wir gemeinsam mit Ihnen die Oberschrankhöhen live anpassen können. Sie sehen sofort, wie sich eine Veränderung von 5 cm auf Optik und Erreichbarkeit auswirkt — eine Qualität, die ein Katalog oder eine Website niemals liefern kann.

Nach der finalen Planung übernimmt unser eigenes Montageteam die Installation. Das bedeutet: Die Maße, die wir gemeinsam geplant haben, werden von denselben Fachleuten umgesetzt, die unsere Planungsstandards kennen. Diese Verantwortung aus einer Hand — Planung, Lieferung und Montage — ist einer der wesentlichen Unterschiede zu Möbelhäusern, die Planung und Montage oft trennen. Mehr zur ergonomisch richtigen Arbeitshöhe erklären wir auch in unserem detaillierten Ratgeber zur Arbeitshöhe in der Küche.

Schritt für Schritt: So ermitteln Sie die ideale Oberschrankhöhe

In 7 Schritten zur optimalen Oberschrankhöhe

  1. Körpergröße aller Hauptnutzer messen — ohne Schuhe, alle Personen die regelmäßig kochen
  2. Ideale Arbeitshöhe berechnen — Ellbogenhöhe minus 10–15 cm ergibt die Oberkante der Arbeitsplatte
  3. Abstand zur Oberschrankunterkante festlegen — 50–60 cm über der Arbeitsplattenoberkante
  4. Deckenhöhe messen — an mehreren Stellen, da Decken selten exakt waagerecht sind
  5. Verfügbare Oberschrankhöhe berechnen — Deckenhöhe minus Unterkante ergibt den Spielraum
  6. Dunstabzug berücksichtigen — Mindestabstände 65/75 cm vor der endgültigen Festlegung prüfen
  7. 3D-Planung im Studio durchführen — erst dort wird klar, welche Kombination aus Ergonomie, Optik und Stauraum optimal ist

FAQ: Küche Höhe Oberschränke — häufige Fragen und Antworten

Wie hoch ist ein Oberschrank in der Küche normalerweise?

Ein Oberschrank hat im deutschen Küchenmarkt standardmäßig eine Höhe von 40, 60, 72 oder 90 cm — wobei 72 cm die am häufigsten gewählte Variante ist. Die Außenhöhe kann durch Boden- und Deckelstärke leicht abweichen. Aufsatzschränke in 15–25 cm Höhe werden oft ergänzend eingesetzt, um Lücken zur Decke zu schließen und das Stauraumvolumen zu maximieren.

In welcher Höhe werden Oberschränke in der Küche angebracht?

Die Unterkante des Oberschranks wird üblicherweise 50–60 cm über der Arbeitsplattenoberkante angebracht. Bei einer Standard-Arbeitshöhe von 90 cm Oberkante ergibt sich eine Schrankhöhe ab 140–150 cm ab Fußboden. Der genaue Wert hängt von der Körpergröße der Nutzer und den Anforderungen des Dunstabzugs ab.

Welche Oberschrankhöhe ist für kleine Küchen am besten?

In kleinen Küchen empfehlen wir, Oberschränke konsequent bis zur Decke zu führen — das maximiert den Stauraum ohne den Grundriss zu verkleinern. Glasfronten oder einzelne offene Wandregale als Ergänzung lockern die Optik auf. Für sehr niedrige Decken unter 2,40 m sind 60 cm hohe Oberschränke ideal, da sie bündig abschließen und keinen Spalt hinterlassen.

Wie viel Abstand muss zwischen Herd und Oberschrank sein?

Zwischen der Kochfeldebene und der Oberschrankunterkante — insbesondere bei Dunstabzugshauben — gelten Mindestabstände: 65 cm bei Elektroherdfeldern, 75 cm bei Gasherden. Diese Abstände sind sicherheitstechnisch vorgeschrieben und in den Installationsanleitungen der Geräte dokumentiert. Wir prüfen diese Abstände in jeder Planung verbindlich, bevor die restliche Oberschrankanordnung festgelegt wird.

Lohnt es sich, Oberschränke bis zur Decke zu planen?

Ja — raumhohe Oberschränke sind in den meisten Fällen die beste Investition für maximalen Stauraum und eine klar strukturierte Optik. Der Aufpreis gegenüber Standard-Oberschränken mit Spalt zur Decke ist gering, der Gewinn an nutzbarem Volumen und Reinigungskomfort hingegen erheblich. In unserer Beratung empfehlen wir diese Lösung für nahezu alle Deckenhöhen ab 2,40 m.

Was kostet es, Oberschränke nachträglich in der Höhe zu verstellen?

Eine nachträgliche Höhenverstellung von Oberschränken ist aufwendig: Alte Dübellöcher müssen geschlossen, neu gebohrt, Fliesen oder Putz repariert werden. Je nach Umfang und Material der Wandverkleidung können dabei erhebliche Handwerkerkosten entstehen — ganz abgesehen vom Zeitaufwand. Genau deshalb ist eine sorgfältige Erstplanung mit Fachberatung die wirtschaftlich sinnvollere Entscheidung.

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