Maße für Küchenschränke: Der vollständige Guide für Normmaße, Ergonomie und individuelle Planung 2026
Die Maße für Küchenschränke folgen in Deutschland einem klar definierten Normraster — doch wer denkt, Standardmaße passen automatisch in jeden Raum und zu jedem Menschen, macht einen der häufigsten Planungsfehler überhaupt. Unterschrankhöhen, Oberschranktiefen, Hochschrankbreiten und Abstände zwischen den Elementen müssen aufeinander abgestimmt sein: mit dem Raum, mit den Geräten und vor allem mit den Menschen, die täglich in dieser Küche arbeiten. Dieser Artikel erklärt alle relevanten Maße und Normwerte systematisch — und zeigt, wo individuelle Anpassung nicht nur möglich, sondern sinnvoll ist.
Warum die Maße für Küchenschränke so wichtig sind
Wer eine Küche plant, denkt zuerst an Fronten, Farben und Geräte. Die Maße für Küchenschränke rücken oft erst dann in den Fokus, wenn Probleme auftreten: Der Geschirrspüler passt nicht unter die Arbeitsplatte, der Hochschrank stößt an die Fensterbank, oder die Küchenzeile endet mit einer unschönen Restlücke von 23 Zentimetern.
In unserer täglichen Beratung bei Lieblingsküchen erleben wir genau das immer wieder. Kunden kommen mit Grundrissen, die sie selbst ausgemessen haben — und häufig fehlen entscheidende Details: die genaue Position von Leitungen, die tatsächliche Wandstärke einer Schräge oder die Nischenmaße der geplanten Geräte. Diese Lücken entscheiden darüber, ob eine Küche funktioniert oder nicht.
Das Normraster für Küchenmöbel basiert auf der DIN 68930 und dem europäischen Modulmaß von 60 cm. Wer dieses System versteht, kann Küchen strukturiert planen — und weiß, wo individuelle Anpassungen notwendig werden.
Normmaße für Unterschränke: Breite, Höhe und Tiefe im Überblick
Unterschränke sind das Rückgrat jeder Küchenzeile. Sie tragen die Arbeitsplatte, nehmen Geräte auf und bieten den Großteil des alltäglich erreichbaren Stauraums. Ihre Maße sind europaweit weitgehend vereinheitlicht.
Standardbreiten von Unterschränken
Die gängigen Schrankbreiten für Unterschränke betragen 30, 40, 45, 50, 60, 80 und 90 cm. Das 60-cm-Modul ist dabei das am häufigsten eingesetzte Maß, weil es exakt der Standardbreite von Geräten wie Geschirrspüler, Einbaukühlschrank und Kochfeld entspricht. Breitere Elemente wie 80 oder 90 cm kommen bei Ecklösungen oder speziellen Auszugsschränken zum Einsatz.
Sonderbreiten zwischen diesen Normmaßen — etwa 55 oder 70 cm — sind möglich, aber in der Serienproduktion selten. Küchenstudios mit eigener Planungskompetenz können solche Füllmaße durch Blendenpanele oder angepasste Korpusse realisieren, um Restnischen zu schließen.
Höhe und Tiefe von Unterschränken
Die Standardhöhe eines Unterschranks ohne Sockel beträgt 72 cm. Mit einem Sockel von 10 bis 15 cm Höhe und einer Arbeitsplatte von 3 bis 4 cm Materialstärke ergibt sich eine typische Arbeitshöhe von 85 bis 87 cm. Diese Höhe ist für Menschen zwischen etwa 1,60 m und 1,80 m Körpergröße ergonomisch sinnvoll.
Die Standardtiefe von Unterschränken beträgt 60 cm. Diese Tiefe ist auf die Standardmaße von Einbaugeräten abgestimmt und ermöglicht eine bündige Arbeitsplatte ohne überstehende Kanten.
Maße für Oberschränke: Tiefe, Höhe und der richtige Wandabstand
Oberschränke folgen einem anderen Maßsystem als Unterschränke — und das hat gute Gründe. Sie sitzen auf Augenhöhe und müssen so dimensioniert sein, dass sie den Arbeitsbereich nicht beeinträchtigen und bequem zugänglich bleiben.
Standardtiefe und Standardhöhe von Oberschränken
Die Standardtiefe von Oberschränken beträgt 35 cm, in manchen Serien auch 40 cm. Die geringere Tiefe im Vergleich zu Unterschränken sorgt dafür, dass der Blick auf die Arbeitsfläche frei bleibt und Gegenstände auf der Arbeitsplatte nicht durch den Schrank verdeckt werden.
Oberschränke werden in Höhen von 54, 60, 72, 80, 90 und 100 cm angeboten, wobei 72 cm der am häufigsten gewählte Wert ist. Welche Höhe sinnvoll ist, hängt von der Raumhöhe, der geplanten Unterkante des Oberschranks und dem Wunsch nach maximalem Stauraum ab.
Wandabstand zwischen Arbeitsplatte und Oberschrank
Der Abstand zwischen der Oberkante der Arbeitsplatte und der Unterkante des Oberschranks ist ein häufig unterschätztes Maß. Der Mindestabstand beträgt 50 cm, aus ergonomischen Gründen empfehlen wir in der Praxis 55 bis 60 cm. Direkt über einem Kochfeld muss der Abstand zur Dunstabzugshaube aus Sicherheitsgründen mindestens 65 cm bei Elektrokochfeldern betragen — bei Gaskochfeldern noch mehr.
Ein zu geringer Abstand erschwert das Arbeiten und führt dazu, dass Oberschranktüren beim Öffnen mit Gegenständen auf der Arbeitsplatte kollidieren. Ein zu großer Abstand macht hohe Oberschrankregale unzugänglich.
Hochschränke: Maße, Varianten und Einsatzmöglichkeiten
Hochschränke sind die effizientesten Stauraum-Elemente in der Küche. Sie nutzen die gesamte Raumhöhe und können gleichzeitig Geräte wie Backofen, Dampfgarer oder Einbaukühlschrank aufnehmen.
Höhen und Breiten von Hochschränken
Hochschränke sind in Höhen von 190, 200, 210, 220 und 230 cm erhältlich. Welche Höhe gewählt wird, richtet sich nach der lichten Raumhöhe abzüglich Sockelhöhe und eventuellem Aufsatzelement. In Räumen mit 2,50 m Deckenhöhe lässt sich mit einem 190-cm-Hochschrank plus 55-cm-Aufsatz eine nahezu raumhohe Lösung ohne Staubansammlung realisieren.
Die Standardbreiten entsprechen denen der Unterschränke: 45, 50 und 60 cm sind die gängigsten Maße. Die Tiefe beträgt ebenfalls 60 cm, bei reinen Vorratsschränken ohne Geräteintegration auch 55 cm.
Gerätehochschränke: Einbaumaße beachten
Wenn Geräte in Hochschränke integriert werden, sind die Nischenmaße des Geräteherstellers bindend. Ein Einbaubackofen erfordert typischerweise eine Nischenhöhe von 59,5 cm und eine Nischenbreite von 56 cm, bei 60-cm-Hochschränken. Werden zwei Geräte übereinander eingebaut — etwa Backofen und Dampfgarer — benötigt der Schrank entsprechend mehr Höhe.
Wir empfehlen unseren Kunden grundsätzlich, die Geräteplanung vor der Schrankdimensionierung festzulegen. Wer zuerst die Schränke bestellt und dann die Geräte auswählt, riskiert Inkompatibilitäten, die im schlimmsten Fall kostspielige Umbaumaßnahmen erfordern.
Normmaße aller Küchenschranktypen auf einen Blick
| Schranktyp | Standardbreite(n) | Standardtiefe | Standardhöhe | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|
| Unterschrank | 30, 40, 45, 50, 60, 80, 90 cm | 60 cm | 72 cm (ohne Sockel + AP) | Sockel 10–15 cm, AP 3–4 cm → Arbeitshöhe 85–87 cm |
| Oberschrank | 30, 40, 45, 50, 60, 80, 90 cm | 35 cm (auch 40 cm) | 54, 60, 72, 80, 90, 100 cm | Wandabstand zur AP min. 50 cm, vor Kochfeld min. 65 cm |
| Hochschrank | 45, 50, 60 cm | 60 cm (55 cm möglich) | 190, 200, 210, 220, 230 cm | Gerätehochschrank: Nischenmaße des Geräts prüfen |
| Eckunterschrank | 90 × 90 cm (Eckmaß) | 60 cm | 72 cm | Karussell, Lemans, Magic-Corner als Innenleben |
| Spülenunterschrank | 60, 80, 90 cm | 60 cm | 72 cm | Öffnung für Siphon und Anschlüsse einplanen |
| Aufsatzschrank / Vitrine | 30–90 cm (wie Oberschrank) | 35 cm | 30–60 cm | Auf Hochschrank aufgesetzt, schließt Lücke zur Decke |
Die richtige Arbeitshöhe: Ergonomie und individuelle Maße für Küchenschränke
Die Arbeitshöhe der Küche ist das ergonomischste Maß überhaupt — und gleichzeitig das am häufigsten ignorierte. Die Standardhöhe von 85 bis 87 cm ist für eine durchschnittliche Körpergröße von etwa 1,68 m konzipiert. Menschen, die kleiner oder größer sind, arbeiten an dieser Höhe dauerhaft in einer ungünstigen Körperhaltung.
Arbeitshöhe nach Körpergröße berechnen
Eine bewährte Faustformel lautet: Körpergröße (cm) ÷ 2 + 5 cm = ideale Arbeitshöhe. Für eine 1,80 m große Person ergibt das 95 cm. Die Sockelhöhe lässt sich bei den meisten Küchensystemen in Schritten von 2 cm zwischen 10 und 20 cm anpassen — ein einfacher Weg, die Arbeitsfläche individuell zu positionieren.
Ausführlicher erklären wir das in unserem Artikel zur richtigen Arbeitshöhe in der Küche. Wer auch dort weiterliest, versteht, warum dieser Wert für Rücken und Schultern langfristig entscheidend ist.
Mehrzonige Arbeitshöhen — wann sinnvoll?
In modernen Küchenkonzepten 2026 werden zunehmend mehrzonige Arbeitshöhen geplant: eine etwas niedrigere Zone zum Backen und Kneten, eine Standardzone für den Alltag, eine erhöhte Zone an der Kücheninsel für die Sitzintegration. Diese Lösung ist bei großen Küchen oder Küchen mit mehreren Nutzern besonders effektiv.
In unserer Planungspraxis setzen wir solche Mehrzonen-Konzepte regelmäßig um — vor allem bei Familienküchen, in denen Kinder aktiv mitarbeiten oder ältere Menschen auf eine niedrigere Griffzone angewiesen sind. Mehr dazu finden Sie auch unter Arbeitshöhe Küche.
Maße für Küchenschränke bei Ecklösungen und Sondersituationen
Ecken in der Küche sind Flächenfresser — wenn sie falsch geplant werden. Richtig ausgenutzt bieten sie erheblichen Stauraum, erfordern aber besondere Schrankmaße und spezielle Innenleben.
Eckunterschränke
Der Standard-Eckunterschrank wird mit einem Eckmaß von 90 × 90 cm geplant. In diesen Schrank lassen sich Lösungen wie Karussell-Drehteller, Lemans-Auszüge oder Magic-Corner-Systeme integrieren, die den toten Winkel nutzbar machen. Die angrenzenden Schränke werden mit einem Abstand von 90 cm zur Ecke geplant — erst dahinter beginnt das nutzbare Modulraster wieder.
Ecken zwischen zwei Schrankzeilen
Bei L- und U-Küchen treffen zwei Schrankzeilen in der Ecke aufeinander. Hier muss der Türaufschlag beider angrenzender Schränke berücksichtigt werden. Ein 60-cm-Unterschrank links der Ecke benötigt auf der rechten Seite mindestens einen weiteren Schrank von 50 cm Breite als Puffer, damit die Türen kollisionsfrei öffnen können.
Kleine Küchen und ausgefallene Grundrisse
Gerade in kleinen Küchen oder bei ausgefallenen Grundrissen kommt es auf jeden Zentimeter an. Schmale Auszugsschränke ab 15 cm Breite als Gewürzschrank, schräg abgeschnittene Eckunterschränke oder hängende Oberschränke ohne Unterschrank darunter — all das sind Lösungen, die nur eine professionelle Planung verlässlich koordiniert. In unserem Artikel über ausgefallene kleine Küchen zeigen wir, wie viel in wenig Raum möglich ist.
Maße für Einbaugeräte: Was die Schrankplanung vorgibt
Einbaugeräte sind die entscheidende Variable in der Maßplanung. Ihre Nischenmaße legen fest, welche Schrankbreiten, -höhen und -tiefen drumherum realisierbar sind.
Standardnischenmaße der wichtigsten Geräte
- Geschirrspüler (60 cm): Nischenbreite 60 cm, Nischenhöhe 82–87 cm, Nischentiefe 55–57 cm
- Einbaukühlschrank (60 cm): Nischenbreite 60 cm, Nischenhöhe je nach Gerät 88–178 cm, Nischentiefe 55–58 cm
- Einbaubackofen: Nischenbreite 56 cm (bei 60-cm-Schrank), Nischenhöhe 59,5 cm
- Dampfgarer: Nischenmaße wie Backofen, bei Kombi-Gerät entsprechend größer
- Kochfeld (60 cm): Ausschnitt in Arbeitsplatte ca. 56 × 49 cm (herstellerabhängig)
- Kochfeld (90 cm): Ausschnitt ca. 86 × 49 cm, passt nur in Unterschrank mind. 90 cm Breite
Diese Maße variieren je nach Gerät und Hersteller. Wir empfehlen daher, vor der finalen Schrankplanung die konkreten technischen Datenblätter der ausgewählten Geräte zu prüfen. Unsere Berater koordinieren diesen Abgleich routinemäßig im Planungsprozess.
People Also Ask: Häufige Fragen zu Maßen für Küchenschränke
Welchen Abstand brauche ich zwischen zwei Küchenzeilenblöcken?
Bei einer Zweizeilenküche (Galley-Küche) sollte der Abstand zwischen den Fronten der gegenüberstehenden Unterschränke mindestens 120 cm betragen, damit zwei Personen aneinander vorbeigehen können. Für den alleinigen Betrieb reichen 100 cm, bei häufig genutzten Küchen mit mehreren Personen empfehlen wir 130–140 cm Gangbreite. Türöffnungen von Backofen, Spülmaschine und Kühlschrank greifen ebenfalls in diesen Gang — diesen Aufschlag bei der Planung unbedingt einkalkulieren.
Wie plane ich Maße für Küchenschränke bei einer Kücheninsel richtig?
Eine Kücheninsel benötigt rundum ausreichend Umlauffläche: Mindestens 90 cm, besser 100–120 cm Abstand zur umgebenden Schrankzeile oder Wand. Die Insel selbst ist häufig 90–120 cm tief (für beidseitige Benutzung) und in der Breite variabel — je nach Funktion (Kochfeld, Spüle, Sitztheke). Sitztheken haben eine Arbeitshöhe von 90 cm mit 30 cm Kniefreiheit darunter, Bartheken liegen bei 105–110 cm Höhe.
Welche Maße gelten für barrierefreie Küchenschränke?
Barrierefreie Küchen nach DIN 18040-2 haben eine Arbeitshöhe von 72–85 cm, sind unterfahrbar (Kniefreiraum mindestens 67 cm Höhe, 30 cm Tiefe) und verfügen über eine Gangbreite von mindestens 120 cm. Oberschränke werden in barrierefreier Planung tiefer gehängt oder ganz weggelassen — dafür kommen häufig herausziehbare Innenausstattungen und Auszüge in Unterschränken zum Einsatz, die ohne Bücken zugänglich sind.
Warum weichen meine gemessenen Raummaße von den Schrankmaßen ab?
Wände sind selten exakt rechtwinkelig und in modernen Altbauten fast nie wirklich gerade. Zudem haben Schränke Korpusmaße, die von den Außenmaßen abweichen — Korpuswände sind typischerweise 16–19 mm stark, was bei einer langen Küchenzeile mit vielen Elementen summiert werden muss. Professionelle Küchenplaner messen deshalb an mehreren Punkten und planen Toleranzen bewusst ein. Füllpaneele und Blenden gleichen verbleibende Abweichungen aus.
Schrankplanung als Prozess: In 6 Schritten zu den richtigen Maßen
- Raum präzise ausmessen — mehrfach, an verschiedenen Punkten, inkl. Schrägen, Leitungen, Fenster und Türen
- Küchenform festlegen — L, U, Einzeile, Zweizeile oder Insel bestimmt das Schrankraster
- Geräteauswahl treffen und Nischenmaße notieren — vor der Schrankbestellung, nicht danach
- Unterschränke dimensionieren und Arbeitshöhe ergonomisch festlegen — Sockel anpassen
- Oberschränke, Hochschränke und Wandabstände abstimmen — Sicherheitsabstände über Kochfeldern beachten
- Planung professionell gegenchecken lassen — 3D-Planung deckt Konflikte auf, bevor sie teuer werden
Dieser Prozess klingt logisch — und ist es auch. Dennoch erleben wir in der Beratung regelmäßig, dass Kundinnen und Kunden mit selbst aufgestellten Planungen zu uns kommen, in denen grundlegende Maßkonflikte stecken: ein Backofen, der 2 cm zu breit für den vorgesehenen Hochschrank ist, oder eine Kücheninsel, die keinen ausreichenden Umlauf lässt. Genau deshalb ist professionelle Begleitung so wichtig — nicht als Luxus, sondern als Absicherung.
Wir begleiten jeden Kunden in unserem bewährten 9-Schritte-Prozess: von der Bedarfsermittlung über die Planung im Studio bis zur Abnahme nach der Montage. Unsere eigenen Montageteams übernehmen die gesamte Verantwortung aus einer Hand — ohne Schnittstellenprobleme zwischen Lieferant, Handwerker und Studio. Mehr dazu auf der Lieblingsküchen-Hauptseite.
Außerdem lohnt sich ein Blick auf unseren Artikel zu den 3 teuren Fehlern beim Küchenkauf — denn falsche Maße sind einer davon.
Maße für Küchenschränke im Kontext von Küchentrends 2026
Die Maßnormen selbst verändern sich wenig — wohl aber die Art, wie Schränke innerhalb dieser Normen gestaltet und eingesetzt werden. Küchentrends 2026 zeigen deutlich: Die Küche wächst über ihre eigene Funktion hinaus und wird zum zentralen Wohn- und Lebensraum.
Raumhohe Fronten ohne sichtbare Oberschrankkorpusse erzeugen Wandverkleidungscharakter. Grifflose Fronten mit Push-to-Open- oder Elektroöffnungsmechanismen verändern die Mindestabstände der Schränke zueinander. Und integrierte Lichtkonzepte in Ober- und Unterschränken machen die präzise Maßplanung noch wichtiger — denn nachträgliche Änderungen an stromführenden Elementen sind aufwendig.
Die Keramikarbeitsplatte ist ein weiteres Beispiel: Ihre geringere Materialstärke von oft nur 12 mm (statt 38–40 mm bei Holzarbeitplatten) verändert die Gesamtarbeitshöhe um bis zu 2,6 cm — ein Detail, das bei der Sockeldimensionierung berücksichtigt werden muss. Übrigens empfehlen wir unseren Kunden auch, unterschiedliche Arbeitsplattenmaterialien und ihre Eigenschaften zu vergleichen, bevor die Schrankplanung final festgezurrt wird.
Häufige Irrtümer bei den Maßen für Küchenschränke
Nach über zehn Jahren Beratungserfahrung bei Lieblingsküchen kennen wir die Irrtümer, die immer wieder auftauchen — und die sich mit dem richtigen Wissen leicht vermeiden lassen.
- „Standardmaße passen immer“ — Passen nicht. Jeder Raum ist individuell, jede Person auch.
- „Ich messe selbst — das reicht“ — Nur wenn Schrägen, Installationsanschlüsse und Toleranzen korrekt berücksichtigt werden.
- „60-cm-Tiefe ist immer besser als 50 cm“ — Nein. In schmalen Gängen oder vor Türen kann die geringere Tiefe sinnvoller sein.
- „Mehr Schränke = mehr Stauraum“ — Ungenutzte Winkel, schlechte Inneneinteilung und fehlende Auszüge vernichten Stauraum. Professionelle Planung maximiert ihn.
- „Oberschränke sind überall gleich“ — Die Montagehöhe variiert je nach geplanter Arbeitshöhe und Gesamtkonzept. Es gibt kein universelles „Richtig“.
- „Der Geschirrspüler passt in jeden 60-cm-Unterschrank“ — Nur wenn Wasseranschluss, Ablauf und Nischenhöhe stimmen. Details entscheiden.
FAQ: Maße für Küchenschränke — die wichtigsten Fragen
Welche Standardmaße gelten für Unterschränke in der Küche?
Unterschränke werden in Europa nach der DIN 68930 in einem festen Rastermaß produziert. Die Standardbreiten liegen bei 30, 40, 45, 50, 60, 80 und 90 cm, die Tiefe beträgt einheitlich 60 cm und die Höhe ohne Arbeitsplatte 72 cm. Mit Sockel (üblicherweise 10–15 cm) und Arbeitsplatte (3–4 cm) ergibt sich eine typische Arbeitshöhe von 85–87 cm. Für Sondermaße — etwa bei Dachschrägen, Nischen oder barrierefreier Planung — können Küchenstudios individuelle Lösungen anfertigen.
Wie tief müssen Oberschränke in der Küche sein?
Oberschränke haben in der Regel eine Standardtiefe von 35 cm, während Unterschränke mit 60 cm Tiefe deutlich tiefer sind. Diese Differenz ist bewusst: Oberschränke sollen den Blick auf die Arbeitsfläche nicht verdecken und eine ergonomische Greiftiefe ermöglichen. In manchen modernen Küchenkonzepten werden auch Oberschränke mit 40 cm Tiefe eingesetzt, etwa wenn keine Arbeitsplatte darunter liegt oder ein Hochschranklook gewünscht wird. Der ideale Abstand zwischen Arbeitsplatte und Oberschrank beträgt mindestens 50 cm, vor Kochfeldern mindestens 65 cm.
Was sind die richtigen Maße für Küchenoberschränke in der Höhe?
Die Standardhöhe eines Küchenoberschranks beträgt 72 cm — es gibt jedoch auch Varianten mit 54, 60, 80, 90 und 100 cm Höhe. Welche Höhe sinnvoll ist, hängt von der lichten Raumhöhe, der geplanten Arbeitshöhe und dem gewünschten Stauraumvolumen ab. Wenn die Raumhöhe es erlaubt, empfehlen wir Oberschränke mit maximal möglicher Höhe, kombiniert mit einem schmalen Aufsatz bis zur Decke, um Staubfallen zu vermeiden und ein durchgehendes, hochwertiges Erscheinungsbild zu erzielen. In Räumen mit 2,50 m Deckenhöhe lässt sich oft eine nahezu raumhohe Wirkung realisieren.
Welche Maße gelten für Küchenhochschränke?
Küchenhochschränke sind in Höhen von 190, 200, 210, 220 und 230 cm erhältlich, wobei die Breiten den gleichen Standardmaßen wie Unterschränke folgen (45, 50, 60 cm). Die Tiefe beträgt in der Regel 60 cm, bei reinen Vorratsschränken ohne Geräteintegration auch 55 cm. Hochschränke bieten besonders effizient Stauraum, da sie vom Boden bis zur Decke reichen und sich ideal für den Einbau von Backöfen, Dampfgarern oder Einbaukühlschränken eignen. Bei der Planung ist wichtig, dass die Hochschrankzeile nicht die Arbeitslichtversorgung der Arbeitsfläche blockiert.
Kann ich Küchenschränke nach Maß anfertigen lassen, und wann lohnt sich das?
Ja, eine Maßanfertigung lohnt sich immer dann, wenn der Raum keine rechtwinkligen Ecken hat, Schrägen oder Nischen vorhanden sind, Standardmaße zu viel ungenutzten Raum lassen oder besondere ergonomische Anforderungen bestehen. Professionelle Küchenstudios wie Lieblingsküchen bieten maßgefertigte Planungen an, die sowohl Standardkorpusse in individuelle Konfigurationen bringen als auch echte Sonderanfertigungen realisieren. Die Mehrkosten gegenüber Standardküchen amortisieren sich durch optimierte Raumnutzung, bessere Ergonomie und langfristig höhere Wohnqualität. In unserer Beratungspraxis zeigt sich, dass gerade in älteren Gebäuden mit unregelmäßigen Grundrissen Maßlösungen nahezu unvermeidlich sind.
Wie viel Stauraum plane ich im Verhältnis zur Küchengröße?
Als Orientierung gilt: Pro laufendem Meter Unterschrank ergeben sich bei guter Innenausstattung (Schubkästen, Vollauszüge, Innenteilungen) etwa 80–120 Liter nutzbares Stauraumvolumen. Hochschränke liefern bei einer Breite von 60 cm und 210 cm Höhe bis zu 400 Liter. Entscheidend ist aber nicht die Gesamtmenge, sondern die Zugänglichkeit: Ein schlecht zugänglicher Schrank wird nicht genutzt — unabhängig von seiner Größe. Deshalb sind Inneneinteilung und Auszugssysteme mindestens so wichtig wie die Grundmaße selbst.
Ihre Küche. Ihre Maße. Unsere Expertise.
Bei Lieblingsküchen in Rostock und Schwerin planen wir Ihre Küche vom ersten Gespräch bis zur Abnahme — mit eigenen Montageteams, 5 Jahren Gerätegarantie und einer persönlichen Beratung, die Standardmaße kennt und trotzdem immer von Ihnen ausgeht. Besuchen Sie uns in einem unserer Studios oder vereinbaren Sie Ihren persönlichen Beratungstermin online.



