Maße von Küchenschränken: Der vollständige Guide für 2026
Die Maße von Küchenschränken folgen in Deutschland einem klaren Normensystem — und doch entscheidet erst das Zusammenspiel aus Raumgröße, Ergonomie und individuellem Nutzungsverhalten, ob eine Küche wirklich funktioniert. Unter Normmaßen versteht man standardisierte Breiten, Höhen und Tiefen für Unterschränke, Oberschränke und Hochschränke, die sicherstellen, dass Einbaugeräte, Arbeitsplatten und Schrankkorpusse verschiedener Hersteller maßlich kompatibel sind. Doch wer sich ausschließlich auf Standardmaße verlässt, verschenkt oft wertvoller Stauraum — und baut ergonomische Schwachstellen direkt in die neue Küche ein.
In diesem Guide erklären wir Ihnen alle relevanten Maße von Küchenschränken — von Normgrößen über ergonomische Tiefen bis hin zu den häufigsten Planungsfehlern, die uns in der täglichen Beratung begegnen. Ob Sie eine neue Einbauküche in Rostock, Schwerin oder bundesweit planen: Mit diesem Wissen gehen Sie vorbereitet ins erste Gespräch mit Ihrem Küchenstudio.
Normmaße von Küchenschränken: Das müssen Sie wissen
Die Grundlage jeder Küchenplanung bilden genormte Maße, die eine Kompatibilität zwischen Möbeln und Geräten unterschiedlicher Hersteller gewährleisten. In Deutschland orientieren sich die meisten Küchenmöbelhersteller an der DIN 68930 sowie verwandten europäischen Normen. Das Ergebnis: ein System aus standardisierten Breiten, Tiefen und Höhen, das Planbarkeit und Austauschbarkeit sicherstellt.
Wichtig zu verstehen ist jedoch der Unterschied zwischen Normmaß und Pflichtmaß. Normmaße sind Empfehlungen und Industriestandards — keine gesetzlichen Vorschriften. Eine individuelle Küchenplanung kann und sollte von ihnen abweichen, wenn der Raum oder die Nutzerbedürfnisse es verlangen.
| Schranktyp | Normhöhe | Normtiefe | Normbreiten (gängig) |
|---|---|---|---|
| Unterschrank | 85 cm (inkl. 15 cm Sockel) | 60 cm | 30, 40, 45, 50, 60, 80, 90, 100 cm |
| Oberschrank | 72 cm (Standard) / 90 cm (raumhoch) | 35 cm | 30, 40, 45, 50, 60, 80, 90, 100 cm |
| Hochschrank | 200–230 cm | 60 cm (Geräte) / 35 cm (Vorrat) | 30, 45, 60, 80, 90 cm |
| Eckschrank (Unterschrank) | 85 cm | 60 cm | 80×80 cm oder 90×90 cm (Ecke) |
| Hängeschrank (schmaler) | 36 cm (Zwischenhöhe) | 35 cm | 30, 40, 50, 60 cm |
Was bedeuten „lichte Maße“ bei Küchenschränken?
Das Außenmaß beschreibt die Gesamtabmessung des Schrankkorpus. Das lichte Maß — also das tatsächlich nutzbare Innenmaß — ist stets kleiner, da die Materialstärke des Korpus abzuziehen ist. Bei einer Wandstärke von 18 mm (Standard bei 16–19 mm Spanplatten oder MDF) verliert ein 60-cm-Schrank auf jeder Seite 18 mm — der nutzbare Innenraum beträgt dann rund 56,4 cm. Das ist besonders relevant bei der Planung von Auszügen, Einschüben und der Unterbringung von Backblechen oder Töpfen.
Welche Rolle spielt der Sockel bei der Schrankhöhe?
Der Sockel bei Unterschränken ist standardmäßig 15 cm hoch und nicht Teil des eigentlichen Schrankkorpus — er ist ein separates Sockelprofil. Durch diesen Sockel wird die Gesamthöhe von Unterschrank plus Arbeitsplatte auf die ergonomische Arbeitshöhe von etwa 90–95 cm angehoben. Der Sockel kann in der Tiefe leicht zurückgesetzt werden (üblicherweise 5–8 cm), sodass man beim Stehen an der Küche nicht mit den Zehen gegen den Schrank stößt. Manche Premium-Planungen verwenden variable Sockelhöhen, um individuelle Arbeitshöhen ohne Sonderkorpusse zu realisieren.
Maße von Küchenschränken: Unterschränke im Detail
Unterschränke bilden die Basis jeder Küche. Sie tragen die Arbeitsplatte, nehmen Einbaugeräte auf und stellen den Großteil des täglichen Stauraums zur Verfügung. In unserer täglichen Beratung bei Lieblingsküchen erleben wir, dass Kunden die Detailtiefe bei Unterschrankplanung häufig unterschätzen — bis zum ersten gemeinsamen 3D-Planungstermin, der oft überraschende Möglichkeiten offenbart.
Die Standardtiefe von 60 cm ist auf die Breite der meisten Einbaugeräte abgestimmt: Geschirrspüler, Einbaubacköfen unter der Arbeitsplatte und Einbaukühlschränke sind auf dieses Tiefenmaß ausgelegt. Die Innentiefe für Auszüge beträgt dabei rund 55–56 cm (abzüglich Rückwand und ggf. Kabelmanagement).
Welche Breiten sind für Unterschränke die sinnvollsten?
Die am häufigsten verwendeten Unterschrankbreiten sind 60 cm und 80 cm. Der 60-cm-Schrank ist das universelle Basismodul: Er nimmt genau einen Geschirrspüler oder einen Einbaukühlschrank auf. Der 80-cm-Schrank bietet Platz für zwei Innenauszüge und eignet sich ideal als Topfschrank unter dem Kochfeld. Schmalere Module mit 30 oder 40 cm Breite sind sinnvoll für Füllstücke, Gewürzauszüge oder spezielle Ecklösungen.
Wie funktionieren Eckschränke bei Unterschränken?
Eckbereiche sind die klassische Herausforderung in der Küchenplanung. Standardlösung ist das 90×90-cm-Eckmodul mit Karussellsystem oder Lemans-Auszug, bei dem beide Eckbereiche vollständig zugänglich werden. Alternativ ermöglicht ein Magic-Corner-System den Zugang zu beiden Seiten des Eckschranks über einen ausziehbaren Mechanismus. Wer auf Karusselle verzichtet, kann mit einer Blind-Ecke und Vollauszug auf der angrenzenden Seite arbeiten — das spart Geld, reduziert aber die Zugänglichkeit.
Maße von Küchenschränken: Oberschränke richtig planen
Oberschränke nutzen die Wandfläche oberhalb der Arbeitsplatte und sind in der ergonomischen Küchenplanung ein häufig unterschätztes Element. Die Standardhöhe von 72 cm ist ein Kompromiss zwischen Fassungsvermögen und Zugänglichkeit für durchschnittlich große Personen. Für raumhohe Planungen gibt es Oberschrankvarianten mit 90 cm oder sogar 100 cm Höhe, die bis an die Decke reichen und mit Liftsystemen ausgestattet werden.
Die Standardtiefe von 35 cm sorgt dafür, dass Oberschranktüren nicht zu weit in den Bewegungsraum ragen. Wir empfehlen in unserer Beratung bei Lieblingsküchen grundsätzlich, diesen Wert nicht zu überschreiten — außer im Bereich über dem Kühlschrank oder über dem Backofen-Hochschrank, wo keine direkte Arbeitszone darunterliegt.
Welcher Abstand zwischen Arbeitsplatte und Oberschrank ist richtig?
Der Standardabstand beträgt 50 bis 60 cm. Dieser Bereich nimmt die Küchenrückwand, Steckdosen, Nischenverkleidungen und häufig auch eine Unterbau-LED-Beleuchtung auf. Bei 50 cm Abstand bleibt die gesamte Arbeitsfläche gut einsehbar; die Nischenfläche ist kompakter, was für ein aufgeräumtes Erscheinungsbild sorgt. Bei 60 cm Abstand entsteht mehr optische Leichtigkeit — besonders in kleinen Küchen ein wichtiger Effekt. Mehr als 65 cm Abstand sind ergonomisch unvorteilhaft, da Oberschrankinhalte dann für viele Nutzer schwer zugänglich werden.
Wann lohnt sich der Verzicht auf Oberschränke?
Offene Küchenkonzepte ohne Oberschränke sind ein anhaltender Trend, der auch 2026 in der Küchenplanung dominiert. Der Verzicht schafft Raum, Licht und Offenheit — besonders in kombinierten Wohn-Küchenräumen. Der Stauraum muss dann konsequent durch Hochschränke, tiefere Unterschränke oder Inselmodule kompensiert werden. Wir empfehlen unseren Kunden, den Stauraumindex vor dieser Entscheidung genau zu berechnen: Für einen 4-Personen-Haushalt sollten mindestens 3,5 laufende Meter Unterschrankfront plus Hochschrankvolumen vorhanden sein.
Hochschränke: Maße, Einsatzbereiche und Einbaugeräte
Hochschränke sind das effizienteste Stauraumelement in der modernen Küchenplanung. Sie reichen vom Boden bis zur (oder nahe an die) Decke und vereinen in einer kompakten Frontbreite maximales Volumen. Gleichzeitig nehmen sie die meisten Einbaugeräte in ergonomisch günstiger Einbauhöhe auf — ein entscheidender Vorteil gegenüber Geräten im Unterschrankniveau.
Hochschränke werden üblicherweise in Höhen von 200, 210, 215, 220 und 230 cm angeboten, abhängig von der Deckenhöhe und dem gewünschten Erscheinungsbild. Für Räume mit Standarddeckenhöhe von 250 cm empfehlen wir 215–220 cm hohe Schränke mit einem Aufsatzschrank oder Blende für die verbleibenden 30–35 cm.
| Einbaugerät im Hochschrank | Erforderliche Nischenbreite | Einbautiefe (Nische) | Ergonomische Einbauhöhe UK Gerät |
|---|---|---|---|
| Einbaubackofen (60 cm) | 60 cm | 55–60 cm | 75–85 cm (Türmitte auf Augenhöhe) |
| Dampfgarer | 60 cm | 55–60 cm | 110–130 cm (ergonomisches Befüllen) |
| Einbaukühlschrank (vollintegriert) | 60 cm | 60 cm | ab Boden (Hochschrankformat) |
| Kühl-Gefrier-Kombination vollintegriert | 60 cm | 60–65 cm | ab Boden bis ca. 178–200 cm |
| Vorratsschrank (ohne Gerät) | 30–60 cm | 35–60 cm | — |
Besonders die Einbauhöhe des Backofens ist in unserer Beratungspraxis ein häufiges Diskussionsthema. Die ergonomisch günstigste Position liegt so, dass die Türmitte des Ofens auf Ellbogenhöhe der hauptnutzenden Person kommt — typischerweise zwischen 75 und 90 cm Unterkante Gerät. Das vermeidet das Bücken beim Einsetzen und Entnehmen heißer Formen.
Ergonomie und individuelle Arbeitshöhe: Wenn Normmaße nicht ausreichen
Der häufigste Irrtum in der Küchenplanung lautet: „Standardmaße passen immer.“ In unserer täglichen Beratung bei Lieblingsküchen sehen wir das Gegenteil: Menschen, die nach Jahren mit einer zu niedrigen Arbeitsplatte unter Rückenproblemen leiden, oder Küchen, die so eng geplant wurden, dass ein komfortables Nebeneinander-Kochen schlicht unmöglich ist.
Die ergonomische Formel für die individuelle Arbeitshöhe lautet:
Die Formel für Ihre ideale Arbeitshöhe:
🔹 Körpergröße ÷ 2 + 5–10 cm = ideale Arbeitshöhe (Oberkante Arbeitsplatte)
- Person 160 cm → ideale Arbeitshöhe: 85–90 cm
- Person 170 cm → ideale Arbeitshöhe: 90–95 cm
- Person 180 cm → ideale Arbeitshöhe: 95–100 cm
- Person 190 cm → ideale Arbeitshöhe: 100–105 cm
- Bei mehreren Nutzern → auf häufigste Person abstimmen oder variable Lösungen wählen
Quelle: Ergonomische Empfehlungen für Küchenplanung nach DIN EN ISO 9241 und Lieblingsküchen-Beratungserfahrung
Die Standardarbeitshöhe von ca. 90–92 cm (85 cm Unterbau + ca. 3–4 cm Arbeitsplattenstärke + 3 cm Spielraum) ist für Personen zwischen 165 und 175 cm ausgelegt. Für alle anderen empfiehlt sich eine individuelle Anpassung — entweder über variable Sockelleisten, erhöhte Korpusse oder abgesenkte Bereiche für spezifische Arbeitszonen wie das Teigkneten.
Ausführliche Informationen zur richtigen Arbeitshöhe in der Küche und wie wir diese in der Planung individuell umsetzen, finden Sie in unserem gesonderten Guide auf lieblingskuechen.de.
Maße von Küchenschränken bei Einbaugeräten: Was genau muss passen?
Einbaugeräte folgen eigenen Normmaßen, die exakt auf die Schrankmaße abgestimmt sein müssen. Eine Abweichung von bereits 5 mm kann dazu führen, dass eine Gerätefront nicht bündig sitzt, ein Vollauszug nicht vollständig öffnet oder eine Blende schief wirkt. Deshalb ist die Geräteauswahl in unserer Planung bei Lieblingsküchen immer ein integraler Teil der Schrankplanung — keine nachgelagerte Entscheidung.
Welche Einbaumaße gelten für Geschirrspüler?
Geschirrspüler sind standardmäßig 60 cm breit, 60 cm tief und 82–86 cm hoch. Der Höhenausgleich erfolgt über verstellbare Stellfüße. Vollintegrierte Modelle benötigen einen exakten Frontenausschnitt im Unterschrank und müssen mit dem Scharniersystem der Küchenfronten kompatibel sein. Schmalere Geschirrspüler mit 45 cm Breite sind verfügbar und erfordern ein entsprechendes 45-cm-Unterschrankmodul.
Welche Ausschnittmaße braucht ein Einbaukochfeld?
Kochfelder werden in die Arbeitsplatte eingebaut und benötigen einen präzisen Ausschnitt. Standard-Induktionskochfelder für 60-cm-Breite erfordern typischerweise einen Ausschnitt von ca. 56 × 49 cm (je nach Modell). Wer auf ein breites 90-cm-Induktionskochfeld setzt, benötigt einen entsprechend breiten Unterschrank (mindestens 90 cm, besser 100 cm) darunter, da die Einbautiefe des Geräts und der Mindestabstand zu Schrankelementenrändern gewährleistet sein müssen.
Was ist bei der Einbautiefe des Kühlschranks zu beachten?
Vollintegrierte Kühlschränke in Hochschrankformat benötigen eine Nischentiefe von mindestens 60 cm, häufig 62–65 cm für eine bündige Frontoptik. Ein verbreitetes Problem in der Planungspraxis: Die Rückwandinstallation oder ein Mauervorsprung reduziert die verfügbare Tiefe. Deshalb messen wir bei Lieblingsküchen vor jeder Planung die tatsächliche Raumtiefe — nicht nur den angegebenen Grundriss.
Stauraum maximieren: Inneneinteilung und Auszugssysteme
Die äußeren Schrankmaße sind nur die halbe Wahrheit. Entscheidend für die Alltagsfunktionalität ist die Inneneinteilung: Welche Auszugssysteme, Schubladen, Körbe und Trennelemente werden eingesetzt? Ein 60-cm-Unterschrank mit durchgehender Schubladenorganisation bietet deutlich mehr Nutzwert als derselbe Schrank mit nur einer Einlegebodenfront.
In unseren Planungen bei Lieblingsküchen — sowohl im Studio am Warnowufer in Rostock, im Küchen-am-Hopfenmarkt-Studio in der Rostocker Stadtmitte als auch in Schwerin — setzen wir konsequent auf Vollauszüge mit Softclose-Funktion, die den gesamten Schrankinhalt auf Griff zugänglich machen. Die Auszugstiefe entspricht dabei dem lichten Innenmaß des Korpus (ca. 55–56 cm bei 60-cm-Schrank).
Checkliste: Inneneinteilung für maximalen Stauraum
- ✅ Vollauszüge statt Einlegeböden — 100 % Zugänglichkeit auch hinten
- ✅ Schubladenorganizer — feste Positionen für Besteck, Gewürze, Küchenutensilien
- ✅ Innenschubladen (Boxen-in-Box) — sinnvoll für Besteckschubladen ab 80 cm Breite
- ✅ Hochklappfronten (Klappenlifts) bei Oberschränken — optimale Zugänglichkeit
- ✅ Drahtauszüge in Hochschränken — für Backbleche, Roste, Schneidbretter
- ✅ Eckkarussell oder Magic-Corner — Ecknischen vollständig nutzen
- ✅ Unter-Spülen-Lösung — trotz U-Formblende Raumnutzung optimieren
- ✅ Nischenregal oder Messerblock-Auszug — kleine Module für häufig Genutztes
Mehr zu den cleveren Lösungen für kleine Küchen, bei denen jeder Zentimeter Schrankmaß zählt, lesen Sie in unserem Spezialguide für kompakte Grundrisse.
Küchenmaße in verschiedenen Grundrissen: L, U, Galley und Kücheninsel
Die Schrankmaße allein bestimmen nicht die Gesamtplanung — entscheidend ist die Grundrissform. Jede Küchenform stellt andere Anforderungen an Modul-Kombinationen, Ecklösungen und Gangbreiten.
Wie viel Platz braucht eine Kücheninsel?
Eine Kücheninsel sollte mindestens 100 cm breit und 60 cm tief sein, um funktional nutzbar zu sein. Rings um die Insel ist ein Mindestabstand von 90 cm zur gegenüberliegenden Küchenzeile oder Wand notwendig — besser sind 120 cm, wenn mehrere Personen gleichzeitig in der Küche arbeiten. Bei integrierten Kochfeldern oder Spülbecken in der Insel verlängert sich die empfohlene Mindestlänge auf 140–160 cm.
Welche Mindestgangbreite gilt in der Küche?
Die DIN 18022 empfiehlt für einzügige Küchen (Galley-Küche) eine Mindestbreite von 120 cm zwischen den gegenüberstehenden Unterschrankreihen, damit eine Person bequem arbeiten und eine zweite Person passieren kann. In der barrierefreien Küchenplanung (DIN 18040) gelten 150 cm Bewegungsraum als Standard. Für Zweizüge gilt: unter 90 cm Gangbreite ist alltagsuntauglich — unter 80 cm schlicht nicht empfehlenswert.
Häufige Planungsfehler bei Küchenschrankmaßen — und wie wir sie vermeiden
Nach jahrelanger Erfahrung in der Küchenplanung kennen wir die typischen Fehler, die entstehen, wenn Maße zu früh festgelegt oder Schrankkombinationen ungeprüft übernommen werden. Drei davon begegnen uns besonders häufig:
Fehler 1: Maße ohne Wandunebenheiten aufnehmen. Wände sind selten exakt gerade. Abweichungen von 1–3 cm über die Raumlänge sind normal. Wer dies nicht berücksichtigt, baut Lücken zwischen Schrank und Wand — oder bekommt den letzten Schrank schlicht nicht montiert. Deshalb nehmen unsere Montageteams bei Lieblingsküchen vor jeder Montage eigene Aufmaße vor Ort.
Fehler 2: Türöffnungen und Schrankfronten kollidieren. Ein Schrank, dessen Türfront beim Öffnen gegen die Raumtür oder eine Fensterlaibung schlägt, ist im Alltag frustrierend. Wir simulieren alle Öffnungsradien im 3D-Plan bevor der erste Schrank bestellt wird.
Fehler 3: Zu wenig Stauraum eingeplant. „Es wird schon genug sein“ — dieser Satz ist einer der teuersten Irrtümer beim Küchenkauf. Eine nachträgliche Stauraumergänzung ist kaum möglich ohne erneuten Umbau. Deshalb kalkulieren wir in unserer Planung immer mit einem Puffer von 15–20 % zusätzlichem Stauraumvolumen gegenüber dem, was Kunden in der ersten Bedarfsermittlung angeben.
Die drei teuersten Fehler beim Küchenkauf — und wie Sie sie vermeiden — haben wir in einem eigenen Artikel für Sie zusammengefasst.
Maße von Küchenschränken: Sonderlösungen für besondere Räume
Dachschrägen, Nischen, Treppenzüge, niedrige Decken oder unregelmäßige Wandverläufe — viele Küchen in Altbaugebäuden oder Dachgeschosswohnungen stellen besondere Anforderungen an die Schrankplanung. Normmaße sind in diesen Fällen nur ein Ausgangspunkt.
Für Dachschrägen werden Schrägschnitt-Aufsätze gefertigt, die den Schrankkorpus optisch an die Schräge anpassen. Für niedrige Deckenhöhen (unter 230 cm) reduzieren wir Hochschrankhöhen entsprechend und nutzen Füllblenden oder integrierte Blenden zwischen Schrank und Decke. Für Nischen unter 60 cm Tiefe planen wir schmalere Korpusse — manche Küchenhersteller bieten Sondertiefen von 45 oder 50 cm an, was für Galleylösungen in schmalen Räumen ideal ist.
Unsere Planungserfahrung bei Lieblingsküchen reicht dabei weit über die Küche hinaus: Wir planen auch Bäder, Wohnbereiche und Hauswirtschaftsräume mit denselben Standards für maßgenaue Möblierung und ergonomische Raumnutzung.
Küchentrends 2026: Wie verändern sich die Maße von Küchenschränken?
Küchentrends 2026 zeigen eine klare Entwicklung in zwei Richtungen: mehr Individualität in der Formgebung und größere Standardisierung in der Systemkompatibilität. Beides hat direkte Auswirkungen auf die Schrankmaße.
Trend 1: Raumhohe Fronten ohne sichtbare Sockelzone. Schränke die bis auf den Boden reichen (sog. floorline-Konzept) gewinnen an Beliebtheit. Der klassische 15-cm-Sockel entfällt — die Arbeitshöhe wird über Korpushöhe und Arbeitsplattendicke reguliert. Das verändert alle Höhenberechnungen und erfordert exakte Maßplanung.
Trend 2: Tiefere Schränke für mehr Stauraum. Oberschränke mit 40 statt 35 cm Tiefe sowie Unterschränke mit 65 cm Tiefe (für tiefere Arbeitsplatten) kommen verstärkt vor. Diese Maßabweichungen erfordern kompatible Einbaugeräte und eine angepasste Arbeitsplattenplanung.
Trend 3: Integration von Möbel und Gerät ohne sichtbare Trennlinie. Vollflächige Fronten, die Schrank und Gerät optisch vereinen, erfordern millimetergenaue Abstimmung aller Maße. Ein Millimeter Abweichung bei der Frontenhöhe ist sichtbar — und in einer premiumgeplanten Küche inakzeptabel.
Passend zur Materialauswahl empfehlen wir unseren Kunden, auch die Unterschiede bei Arbeitsplattenmaterialien frühzeitig in die Maßplanung einzubeziehen — denn verschiedene Materialstärken von Keramik, Dekton oder Laminat beeinflussen die Gesamthöhe direkt.
Die Schritte zur maßgenauen Küchenplanung bei Lieblingsküchen
Eine maßgenaue Küchenplanung folgt bei uns einem klaren Prozess in 9 Schritten — von der Bedarfsermittlung über die 3D-Planung im Studio bis zur professionellen Abnahme durch unsere eigenen Montageteams. Der entscheidende Vorteil gegenüber einer Selbstplanung im Möbelhaus: Wir denken alle Maße, alle Geräte und alle Anschlüsse von Anfang an gemeinsam.
- Bedarfsermittlung: Was kochen Sie, wie viele Personen, welche Geräte, wie viel Stauraum?
- Inspiration: Welche Stil- und Farbwelt spricht Sie an?
- Beratungsvorbereitung: Raummaße, Fotos, Anschlusspläne zusammenstellen
- Planung im Studio: 3D-Planung mit allen Schrank- und Gerätemaßen
- Angebotsprüfung: Jede Position, jedes Maß transparent nachvollziehbar
- Vertragsabschluss: Klare Leistungsbeschreibung inklusive Montage
- Montagevorbereitung: Rohbauprüfung, Aufmaß vor Ort durch unser Team
- Montage: Durch unsere eigenen Montageteams — keine Subunternehmer
- Abnahme: Persönliche Abnahme mit Einweisung und 5 Jahren Gerätegarantie
Besonders der Schritt „Aufmaß vor Ort“ ist in unserer Beratungspraxis ein kritischer Qualitätsfaktor. Wir nehmen alle Maße selbst auf — und übernehmen damit die volle Verantwortung für passgenaue Planung und reibungslose Montage.
FAQ: Häufige Fragen zu Maßen von Küchenschränken
Welche Normmaße gelten für Küchenschränke in Deutschland?
In Deutschland orientieren sich Küchenschränke an der DIN 68930 und verwandten Normen. Unterschränke haben eine Standardhöhe von 85 cm (inkl. 15 cm Sockel), eine Tiefe von 60 cm und Normbreiten von 30, 40, 45, 50, 60, 80, 90 oder 100 cm. Oberschränke messen standardmäßig 72 cm in der Höhe und 35 cm in der Tiefe. Diese Normierung stellt sicher, dass Einbaugeräte und Schrankmodule verschiedener Hersteller maßlich zueinander passen. Individuelle Abweichungen sind möglich und werden in der professionellen Küchenplanung gezielt eingesetzt, wenn Raum oder Nutzerbedürfnisse es verlangen.
Wie tief sollten Oberschränke in der Küche sein?
Oberschränke haben eine Standardtiefe von 35 cm, während Unterschränke mit 60 cm deutlich tiefer sind. Diese Differenz ist ergonomisch gewollt: Sie schafft den Überstand der Arbeitsplatte und verhindert, dass man beim Arbeiten mit dem Kopf gegen die Oberschranktür stößt. In modernen Küchenplanungen 2026 werden Oberschränke auch mit 40 cm Tiefe geplant, wenn Stauraum Priorität hat und die Deckenhöhe es erlaubt. Für Bereiche über dem Kühlschrank oder dem Backofen-Hochschrank gelten keine ergonomischen Einschränkungen, sodass dort auch tiefere Varianten sinnvoll sind.
Welche Schrankmaße brauche ich für eine Kücheninsel?
Eine Kücheninsel sollte mindestens 100 cm Breite und 60 cm Tiefe haben, um funktional nutzbar zu sein. Der freie Umgangsraum rund um die Insel muss mindestens 90 cm betragen — optimal sind 120 cm für komfortables gemeinsames Arbeiten. Inseln mit integriertem Kochfeld oder Spülbecken sollten 140–160 cm Länge nicht unterschreiten, um ausreichend Arbeitsfläche beidseitig der Einbaugeräte zu haben. Die Höhe der Insel entspricht in der Regel der übrigen Arbeitshöhe — kann aber für Sitzbereiche auf 90–95 cm (Bistrohocker) oder 110 cm (Barhocker) erhöht werden.
Kann ich Küchenschränke mit abweichenden Maßen bestellen?
Ja — viele Küchenhersteller im Premiumsegment bieten Sondermaße oder maßgefertigte Lösungen an. Abweichende Höhen (z. B. 90 cm statt 85 cm für größere Personen), schmalere Tiefen (45 cm für Nischen), breitere Einzelmodule oder Schräganpassungen für Dachschrägen sind bei Premiumherstellern möglich. Sondermaße werden in der professionellen Küchenplanung gezielt eingesetzt, wenn Raumsituation oder Ergonomie es verlangen. Die Mehrkosten für Sondermaße sind in der Regel gering im Vergleich zum dauerhaften Nutzwert. Bei Lieblingsküchen klären wir in der Beratung immer, welche Maßanpassungen im konkreten Fall sinnvoll sind.
Was kostet ein Fehler bei den Schrankmaßen in der Küche?
Ein Planungsfehler bei den Maßen kann im Worst Case bedeuten, dass Schränke nicht montiert werden können, Einbaugeräte nicht passen oder Fronten nicht bündig schließen. In der Praxis entstehen dann Nachbestellungen, längere Montagezeiten und in manchen Fällen Umbaumaßnahmen an Wänden oder Böden. Die Kosten für Fehlplanungen übersteigen regelmäßig die Einsparung durch vermeintlich günstigere Planungsoptionen. Deshalb gehört bei Lieblingsküchen das eigene Vor-Ort-Aufmaß durch unsere Montageteams zu jedem Auftrag — als Qualitätssicherung, nicht als Extra.
Welche Schrankhöhe ist für barrierefreie Küchen richtig?
Barrierefreie Küchen nach DIN 18040 sehen Arbeitshöhen von 80–85 cm vor, die auch im Sitzen (z. B. im Rollstuhl) nutzbar sind. Unterschränke können in diesem Fall niedriger oder komplett ohne Sockel geplant werden. Oberschränke werden tiefer angesetzt, um auch sitzend zugänglich zu sein — oder durch bodenhohe Hochschrankmodule mit herausgezogenen Tablarsystemen ersetzt. Gangbreiten müssen mindestens 150 cm betragen. Bei Lieblingsküchen planen wir barrierefreie Küchen nach denselben Qualitätsstandards wie alle anderen Küchen — mit persönlicher Beratung und maßgenauer Ausführung.
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